Michael Wendler und sein Vater Manfred Weßels haben seit Jahren keinen Kontakt mehr. Imago/Star-Media/Pop-Eye

Nein. Mit der Musik scheint Michael Wendler abgeschlossen zu haben. Wenn sich der 48-Jährige an seine Gefolgschaft wendet, dann längst nicht mehr mit seichter Unterhaltung oder Gesangseinlagen auf Instagram. Michael Wendler spricht seit Monaten über Telegram zu den Menschen und auch der Inhalt hat sich geändert: Es gibt nur noch antisemitische Verschwörungsmythen und Falschmeldungen über die deutsche und US-amerikanische Politik aus rechtsextremen Fake-News-Fabriken. Doch auch seine neue Rolle scheint dem Wendler ganz gut zu gefallen und sein Vater Manfred Weßels verriet nun auch, warum ...

Michael Wendler: Jetzt hat sein Vater ein Buch über ihn geschrieben

Das Verhältnis zwischen Michael Wendler und seinem Vater Manfred Weßels war zuletzt nicht einfach. Kontakt sollen sie seit über 15 Jahren nicht gehabt haben. Dafür sprachen sie immer wieder in Interviews übereinander. Wendler wirft seinem Vater vor, nur hinter seinem Geld her zu sein, der wiederum behauptet felsenfest, Wendler würde, wo er nur könne, verbrannte Erde hinterlassen. Nun hat er seine Sicht auf die Dinge sogar in ein 258 Seiten langes Buch gegossen. „Die Wahrheit über meinen Sohn Michael Wendler“ lautet der maximal suggestive Titel. 

In einem Interview mit dem Portal Schlager.de legte der 73-Jährige dann sogar noch einmal nach. Er habe sich lange überlegt, dieses Enthüllungsbuch zu schreiben, sagt Weßels. „Drei Mal habe ich ihm die Gelegenheit gegeben, die Sachen aus der Welt zu schaffen. Er hat mich drei Mal ignoriert. Stattdessen hat er immer wieder Dinge gegenüber der Presse rausgehauen, die schlichtweg gelogen sind.“ Zudem behauptet er: „Ich allein habe seine Karriere aufgebaut und ihm alles ermöglicht und dann bekomme ich so einen Arschtritt.“

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Wie bitte? Michael Wendlers Karriere wurde von seinem Vater aufgebaut? Tatsächlich ist es genau das, was der behauptet. Und damit endet es nicht: „Eines kann ich bei Gott schwören: Ich habe nie Geld von meinem Sohn verlangt, geschweige denn bekommen. Ich habe alles für ihn getan. Ich wollte einfach nur, dass er mit seiner Musik groß rauskommt. Ich allein hab ihn entdeckt und den ersten Plattenvertrag verschafft. Heute kann man sagen, dass ich meinem Sohn damals hörig war.“ 

Das letzte bekannte Bild von Michael Wendler. Er filmte sich selbst für Telegram an seinem Pool. Telegram

Manfred Weßels: Michael Wendler wollte in die CDU

Ob man Manfred Weßels, der sich in der Vergangenheit immer wieder versuchte, über Michael Wendler in die Öffentlichkeit zu drängen, glaubt oder nicht: Beim Wort „hörig“ schrillen alle Alarmglocken. Denn es beschreibt nicht nur den Zustand, in dem sich Michael Wendlers Schwester Bettina Skrowonek befand, als sie Ende der 90er-Jahre in Wendlers Pleite-Sex-Shop „Gummi Dummi“ einstieg, sondern scheinbar den von Tochter Adeline, die als Geschäftsführerin zweier Wendler-Firmen das finanzielle Risiko für den Wendlerschen Luxus trägt. Zudem sehen ehemalige Freunde des ehemaligen Schlagersängers auch bei seiner Frau Laura, die seit Wochen abgetaucht ist, eine absolute Hörig- und Abhängigkeit zu dem Verschwörungsideologen.

Seine ganze Unterstützung für den Wendler sieht Manfred Weßels heute kritisch, weil sein Sohn inzwischen ein ganz anderer Mensch geworden sei. Das betreffe den persönlichen Umgang mit der Familie, aber auch seine Verschwörungsmythen. Vater Manfred Weßels hat dazu seine ganz eigene Theorie: „Entweder wurde er so von anderen Leuten geimpft, dass er das sagen musste, oder er bekommt Geld dafür bei Telegram. Er war nie gegen die Bundesregierung“, sagt er. „Er wollte sogar in die Politik einsteigen in jungen Jahren und zur CDU.“

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Weßels ist sich sicher: „Er ist nicht krank im Kopf. Irgendwie baut er sich eine Strategie auf. Ich weiß aber nicht, was dahintersteckt. Alleine hat er sich das ganz sicher nicht ausgedacht.“ Woher Manfred Weßels das wissen will? „Keiner kennt ihn besser als ich. Ich weiß alles über ihn“, sagt er. Nur ob das nach 15 Jahren ohne Kontakt noch auf dem aktuellsten Stand ist, das sagt er nicht.