Prof. Dr. Michael Tsokos (54) von der Berliner Charité obduzierte Kasia Lenhardt.  Fotos:  Imago/Charles Yunck, Imago/Future Image

Die Internet-Gerüchte um den Tod von Kasia Lenhardt im Alter von nur 25 Jahren nehmen kein Ende. Das Model wurde am 9. Feruar leblos in einer Berliner Wohnung aufgefunden. Inzwischen ist die Obduktion abgeschlossen. Mit einem klaren Ergebnis: Es gibt keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Trotzdem gehen die nicht belegten Mutmaßungen weiter. 

Angefeuert werden die Gerüchte durch die Nachricht der Staatsanwaltschaft München, dass ein bereits eingestelltes Verfahren gegen Lenhardts Ex-Freund, Bayern-Profi Jerome Boateng (32) wieder aufgenommen wird. Es steht der Verdacht der vorsätzlichen Körperverletzung im Raum. 

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Gerüchte im Internet

Offen wird in Internet-Foren angezweifelt, dass sich Kasia Lenhardt das Leben genommen hat. Jetzt hat sich Rechtsmediziner Prof. Dr. Michael Tsokos (54) von der Berliner Charité dazu geäußert. In einem Video auf seinem Instagram-Account spricht er über die  Todesursache. Tsokos hat die Obduktion durchgeführt.

Die Beurteilung des Mediziners ist klar und unmissverständlich: „Sie ist nicht umgebracht worden.“ Damit bestätigt er den Tweet der Generalstaatsanwaltschaft Berlin, in dem es bereits eindeutig heißt: Die Obduktion habe „keine Hinweise für ein Fremdverschulden ergeben“.

Einer der bekanntesten Rechtsmediziner

Tsokos ist einer der bekanntesten Rechtsmediziner Deutschlands. Immer wieder tritt er im TV als Experte auf, ist Bestseller-Autor und spricht im Netz in der Serie „Obduktion – Echte Fälle mit Tsokos & Liefers“ mit „Tatort“-Star Jan-Josef Liefers über wahre Fälle.

In dem gut drei Minuten langen Video erklärt er, warum er sich gezwungen sieht, im Fall Kasia Lenhardt an die Öffentlichkeit zu gehen. Tsokos weiß um die kruden Thorien, die im Netz kursieren und will sie entkräften. 

Bayern-Star Jerome Boateng ist der Ex-Freund der Toten.  Foto: AP Photo/Andreas Schaad

„Immer wieder ist in den letzten Tagen in den sozialen Netzwerken kolportiert worden, sie wäre umgebracht worden, und dass die Obduktion und die weiteren Untersuchungen in der Rechtsmedizin nicht sauber abgelaufen seien. Das ist auch der Grund, warum ich mich hier in Abstimmung mit der Berliner Staatsanwaltschaft zu Wort melde, weil ich nämlich die Obduktion selbst durchgeführt habe“, so der Mediziner im Video. 

25 Jahre Erfahrung

Nicht unwidersprochen will sich Tsokos auch Vorwürfe gegen sich selbst oder seine Kollegen bieten lassen. Im Video verweist der  Professor darauf, dass er bei der Obduktion nicht alleine gewesen sei. Vielmehr seien außer ihm Mitarbeiter der Berliner Rechtsmedizin sowie eine Beamtin des Landeskriminalamtes anwesend gewesen.

Er selbst verfüge über 25 Jahre Erfahrung. Deshalb sei er von den Vorwürfen überrascht, wonach er und seine Mitarbeiter angeblich „korrupt sind“ und daher bei der Obduktion nicht „nach bestem Gewissen“ gearbeitet haben.

Kasia Lenhardt starb mit nur 25 Jahren.  Foto: Frederic Kern/Geisler-Fotopress

Tsokos findet Vorwürfe „erbärmlich“ 

Der Professor stellt noch mal klar, dass „sich jeder darauf verlassen kann, dass die Obduktion von Kasia Lenhardt unabhängig und gewissenhaft durchgeführt wurde und die Ergebnisse völlig transparent und unverfälscht auch an die Staatsanwaltschaft kommuniziert wurden“. Die Kritik ohne jedes Hintergrundwissen finde er „ziemlich erbärmlich“.

Das Video beschließt er mit einem Appell an die Internet-Gemeinde: „Der Tod (...) eines nahen Angehörigen ist für die Familie unheimlich schmerzhaft. Aber noch schlimmer sind Gerüchte und Gerede. Mein Hinweis: (...) Manchmal muss man die Toten einfach ruhen lassen.“

Hier gibt es Hilfe

Ihre Gedanken hören nicht auf zu kreisen? Sie befinden sich in einer scheinbar ausweglosen Situation und spielen mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen? Wenn Sie sich nicht im Familien- oder Freundeskreis Hilfe suchen können oder möchten – hier finden Sie anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote:

Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichen Sie rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen Sie Ihre Sorgen und Ängste teilen können. Auch ein Gespräch via Chat ist möglich. telefonseelsorge.de

Kinder- und Jugendtelefon: Das Angebot des Vereins „Nummer gegen Kummer“ richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis sonnabends von 14 bis 20 Uhr unter 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Sonnabend nehmen die jungen Berater des Teams „Jugendliche beraten Jugendliche“ die Gespräche an. nummergegenkummer.de.