Opfer von Cybermobbing: Kasia Lenhardt.  Foto: Instagram

Es ist so widerlich. 

Ein junge Frau stirbt, nachdem Hass, Gerüchte und Mobbing im Netz über sie hereingebrochen waren. Die Rede ist von Kasia Lenhardt, Ex-Freundin von Fußballprofi Jérôme Boateng. 

Schlammschlacht nicht verkraftet

Die Schlammschlacht um das Ende ihre Beziehung hat die 25-Jährige nicht verkraftet. Jetzt meldete sich Kasias Mutter zu Wort. Adrianna Lenhardt bedankt sich in ihrer emotionalen Botschaft für die Anteilnahme. „Es liegen die härtesten Tage hinter uns und noch viele harte Tage vor uns“, schreibt sie. „In dieser schrecklichen Situation haben wir gemerkt, dass wir die tollsten, echtesten und emphatischsten Freunde der Welt haben.“

Dann aber kommt sie zum Kern ihrer Nachricht. „Wir hoffen sehr, dass Kasias Tod zu einem Umdenken führt. Dass Cybermobbing, vor allem von jungen Frauen, endlich aktiv bekämpft und geächtet wird. Wir können alle dazu beitragen“, so Adrianna. 

Dieser Post geht wohl jedem ans Herz. Und was passiert? Nichts. Schlimmer noch. Das Spekulieren, das Mobben, das Geifern im Netz geht weiter. Da werden Kasias letzte Worte erfunden, ohne Grundlage werden Gerüchte über den Ort ihres Todes verbreitet, ihre Beziehung in den Schmutz gezogen, Fotos ihres kleinen Sohnes veröffentlicht. 

Kasia Lenhardt.  Foto: imago images/APress

Petition gegen Cybermobbing

Hat das denn nie ein Ende? Gibt es gar keine Skrupel mehr? 

Die ehemalige DSDS-Kandidatin und Dschungelbewohnerin Kim Gloss will jetzt aktiv dagegen ankämpfen. Vor wenigen Tagen hat sie eine Petition ins Leben gerufen. Die 28-Jährige möchte „dem Cybermobbing endlich ein Ende setzen“. Damit sich die Hater zum Beispiel auf Instagram nicht länger hinter Fake-Profilen verstecken können, fordert sie „die Einführung der Verifizierungspflicht auf sozialen Medien“. Damit Cybermobbing und„ jeglicher Missbrauch strafrechtlich verfolgt werden.“

Und auch in den Kommentaren unter besonders widerlichen Artikeln im Netz häuft sich die deutliche Kritik. „Es kann nicht angehen dass Menschen sich das Leben nehmen weil andere Hass verbreiten. So etwas darf nicht passieren!“, heißt es dort etwa. Ein anderer Internet-Nutzer wird noch deutlicher: „Hört endlich auf, auf dem Andenken einer Toten herumzutrampeln. Ihr seid das Letzte!“ Dem ist nichts hinzuzufügen. 

Foto: imago/Westend61
Hilfenummern

Ihre Gedanken hören nicht auf zu kreisen? Sie befinden sich in einer scheinbar ausweglosen Situation und spielen mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen? Wenn Sie sich nicht im Familien- oder Freundeskreis Hilfe suchen können oder möchten – hier finden Sie anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote:

Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichen Sie rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen Sie Ihre Sorgen und Ängste teilen können. Auch ein Gespräch via Chat ist möglich. telefonseelsorge.de

Kinder- und Jugendtelefon: Das Angebot des Vereins "Nummer gegen Kummer" richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Samstag nehmen die jungen Berater des Teams "Jugendliche beraten Jugendliche" die Gespräche an. nummergegenkummer.de.