Michael Wendler mit seiner Partnerin Laura Müller. Foto: dpa/Vennenbernd

Die Äußerungen von Schlagersänger Michael Wendler zur Corona-Politik und angeblich gleichgeschalteten Medien ziehen offensichtlich keinen Radioboykott nach sich. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter mehreren Sendern ergab am Freitag, dass die Lieder des 48-Jährigen („Egal“, ) entweder weiterhin im Programm seien – oder man sie schon vorher nicht gespielt habe.

Schlager Radio B2 teilte mit, die Äußerungen „in dieser schwierigen Zeit“ hätten den Sender überrascht. „Sein Verhalten ist für uns nicht nachvollziehbar.“ Doch falle das Gesagte noch unter das Recht auf Meinungsfreiheit. „Derzeit sehen wir noch keine Veranlassung, seine wenigen Hits aus unserem Programm zu nehmen, zumal diese nur einen geringen Anteil an den von uns gespielten Musiktiteln ausmachen.“ Diese Einschätzung könne sich allerdings jederzeit ändern.

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Auch der Musikchef von SWR 4 Baden-Württemberg, Tim Bekendorf, sagte auf Anfrage, der Sender spiele die Titel zunächst weiter. „Wir beobachten das genau.“ Wenn sich die Äußerungen Richtung Rassismus oder Minderheiten veränderten, werde die Lage neu bewertet.

Der private Radiosender Antenne MV bietet nach eigenen Angaben einen Stream mit Schlagermusik auf Homepage und App an. Die Äußerungen Wendlers hätten allerdings keine Auswirkungen auf die Musikauswahl, da der Sänger ohnehin nicht in der Musikrotation gewesen sei, so Moderator Patrick Ortel.

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Ähnlich der MDR: „Michael Wendler war und ist kein relevantes Thema für uns, weil seine Musik gar keine beziehungsweise eine verschwindend geringe Rolle in ausschließlich einem unserer Programme spielt.“ Auch Antenne Bayern und RBB antworteten, dass Wendlers Musik nicht ins Programm passe.

Der Sänger hatte am Donnerstag über Instagram mit einem Knall seinen Rückzug aus der Jury der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) verkündet. Der Grund: Er führte – offensichtlich abgelesen – aus, dass er der Bundesregierung in der Corona-Krise „grobe und schwere Verstöße gegen die Verfassung und das Grundgesetz“ vorwerfe. Weiter beschuldigte er die Fernsehsender, „gleichgeschaltet“ zu sein.

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