Ludwig Bolay schaffte es bei „Wer wird Millionär“ weit, fiel dann aber ins Bodenlose. Fotos: TVNOW/Stefan Gregorowius

Er geht wohl als einer der legendärsten Kandidaten in die Geschichte von „Wer wird Millionär“ ein, ließ selbst Günther Jauch mit seiner schrägen Art beinahe verzweifeln: Ludwig Bolay. Der Startup-Gründer nahm in den vergangenen zwei Folgen von Deutschlands beliebtester Quizshow auf dem Ratestuhl Platz, scheiterte fast bei der 500-Euro-Frage, löste die Quizfragen mit Zettel und Stift – und leistete sich am Ende einen der schlimmsten Abstürze: Er beantwortete eine Märchen-Frage falsch, fiel von 125.000 Euro auf 500 Euro.

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Man könnte es beinahe als dramatischen Wink des Schicksals bezeichnen: Ludwig Bolay musste seinen ersten Joker bereits bei der 500-Euro-Frage einsetzen, weil er einfach nicht auf die Lösung kam. Dann arbeitete er sich tapfer und mit Zettel und Stift bis zur 250.000-Euro-Frage hoch – um dann aufgrund einer falschen Antwort wieder bei den 500 Euro zu landen. Was war passiert?

Bei der 500-Euro-Frage bekam der „Wer wird Millionär“-Kandidat Probleme

Der Kandidat schaffte es auf Jauchs Ratestuhl, bekam aber schon bei der 500-Euro-Schwelle Probleme. Jauch wollte von ihm wissen: „Worin finden sich die Bauerfeind, die Müller-Hohenstein und die Göring-Eckardt buchstäblich wieder?“ A) Biersaufen, B) Wodkatrinken, C) Weinschlürfen oder D) Kurzekippen.

Die Lösung: Der Vorname aller drei Frauen ist Katrin – und Katrin steckt „buchstäblich“ in dem Wort WodKATRINken. Also ist Antwort B richtig. Doch Bolay kam nicht drauf, musste einen Joker setzen – 100 Prozent der Kandidaten im Studio, die er beim Publikumsjoker befragte, entschieden sich für die richtige Lösung, Bolay schaffte es weiter.

Kandidat Ludwig Bolay notierte sich bei „Wer wird Millionär“ immer wieder Dinge auf einem Zettel. Günther Jauch durfte ihm dabei über die Schulter schauen. Foto: TVNOW/Stefan Gregorowius

Tapfer arbeitete sich der Kandidat bis zur 16.000-Euro-Schwelle vor, die ihm aber keine Sicherheit bot, weil Bolay sich für die Risikovariante entschieden hatte. Seine besondere Taktik: Er arbeitete mit Zettel und Stift, notierte sich immer wieder die Antworten und machte sich kleinere Notizen dazu, um verschiedene Möglichkeiten auszuschließen. Auch die 32.000 und die 64.000-Euro-Frage knackte er. Als er dann noch die 125.000-Euro-Frage korrekt beantwortete, konnte er sein Glück kaum fassen. „Jetzt müssen Sie gut durchschnaufen, denn der nächste Betrag bedeutet nicht doppelt so viel, sondern viermal so viel. Eine halbe Million Euro.“

Doch dann die Wendung! Jauch will wissen: ,Auf die Kunstkammer, wo sie noch zu sehen ist, wenn sie niemand gestohlen hat‘, kommt am Ende eines bekannten Märchens die …?“ – die Antwortmöglichkeiten: A) goldene Kugel, B) Erbse, C) Spindel und D) böse Hexe. Bolay überlegt wieder, notiert und plaudert mit Jauch. Er schließt die Erbse aus . „das passt nicht“. Auch die Spindel könne es nicht sein, genauso wenig die böse Hexe. „Und die goldene Kugel, da könnte es hinkommen, aber so risikoaffin bin ich glaube ich nicht.“

Günther Jauch will das Spiel gerade beenden, da überlegt es sich Bolay anders

Steigt er etwa aus und geht mit 125.000 Euro heim? Jauch will gerade beenden, als Bolay dazwischen grätscht. „Ah, mir ist noch was aufgefallen! Man kann eine böse Hexe nicht stehlen!“ Auch die Erbse mache keinen Sinn, denn die könne niemand stehlen. „Aber die Goldspindel!“ In seiner Herleitung mache die goldene Kugel unfassbar viel Sinn – und daher logge ich die jetzt ein.“ Bei so viel Risiko ist sogar Jauch erstaunt. „Wahnsinn.“

Doch nach der Werbepause die große Enttäuschung: Die Antwort ist falsch. Bolay entgleiten die Gesichtszüge. „Irre“, sagt auch Jauch. Die richtige Lösung ist: Die Erbse aus „Prinzessin auf der Erbse“. Da Bolay die Risikovariante gewählt hat, fällt er auf 500 Euro zurück, verliert also satte 124.500 Euro. „Das, was Sie hier gemacht haben, war eigentlich eine unwirkliche Geschichte“, sagt Jauch. Doch es gebe ein Leben nach dem Zusammenbruch. „Und ich frage Sie jetzt auch nicht, was sie mit den 500 Euro machen.“