Daniel Hartwich und Sonja Zietlow moderieren „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ diesmal aus Wales. Foto: TVNOW/Stephan Pick

Jetzt ist es also fix. Das Dschungelcamp wird coronabedingt im Januar kein Dschungelcamp sondern ein Burgencamp. Vom australischen Bundesstaat New South Wales geht es nach Großbritannien, in den Norden des echten Wales. Vor allem in Deutschland dürfte das in der Vermittlung an die Fans ein Problem darstellen.

Der Umzug nach Europa ist aufgrund der Corona-Pandemie folgerichtig. Die Infektionsschutz-Regeln in Australien machen eine Produktion im Januar mindestes schwierig, wenn nicht unmöglich. So nachvollziehbar die Entscheidung ist, so schwer wird sie dem deutschen Publikum zu vermitteln. Denn das hat sich in den vergangenen 14 Staffeln nicht nur optisch an den Dschungel gewöhnt, sondern hat der Show, die eigentlich „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ heißt auch noch den liebevollen Spitznamen Dschungelcamp verliehen.

Schluss mit kurzen Hosen: Die Show zieht vom warmen Dschungel in Australien in ein kühles Schloss nach Wales. Foto: TVNOW

In Großbritannien, dem Mutterland der Show, gibt es diesen Spitznamen nicht. Da wird „I'm a Celebrity... Get Me Out Of Here!” lediglich zu „I'm a Celeb” abgekürzt. Dort ist der Umzug in heimische Gefilde sogar nach 20 Jahren im australischen Dschungel ein bisschen leichter zu verkaufen.

Erschwerend für die deutsche Prduktion ist auch die mögliche Nähe zu dem Show-Flop „Die Burg“ von Pro7 aus dem Jahr 2005, als der Sender aus Unterföhring auf den Zug des Dschungel-Erfolgs der Kölner Konkurrenz aufspringen wollte und kläglich versagte. Nach einer Staffel, die vom Österreichischen Sänger und antisemitischen Verschwörungstheoretiker Christian Anders gewonnen wurde, war auch schon wieder Schluss.

Bilder des walisischen Gwrych Castle, auf das die Nicht-mehr-Dschungel-Stars nun im Januar ziehen sollen, könnten ungute Assoziationen mit dem Show-Reinfall der Burg Rappottenstein wecken. Dass RTL trotz des Risikos diese Variante wählt, ist aber nachvollziehbar. Denn seit Jahren teilen sich die deutsche und die britische Produktion die Kosten für das Camp in Australien. Eine europäische Lösung, die nach mehr Dschungel aussieht, wäre nach der Wales-Wahl der britischen Produktion deutlich teurer.

Dennoch ist RTL zuzutrauen, dass auch das Corona-Camp in Wales – mit deutlich niedrigeren Temperaturen und ohne niedliche Koalas – zu einem Erfolg wird. Denn laut dem Sender soll so viel von dem erfolgreichen Konzept nach Wales transportiert werden. Ob neben den Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich auch Dr. Bob dabei sein wird, verriet der Sender auf KURIER-Anfrage nicht. Hilfreich für einen Erfolg in Wales wären zudem spektakuläre Kandidaten, wie Sender-Geschäftsführer Jörg Graf in einer Mitteilung ankündigte. Wer das sein könnte, ist noch unklar, doch bei der Anzahl der Trash-Formate in diesem Jahr, werden sich schon einige Reality-Stars hervorgetan haben.