Bombastische Eröffnungsfeier zum ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest 2022 in Turin. AFP/Marco Bertorello

Was für eine gigantische Eröffnungsfeier zum ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest: Nach dem überraschend deutlichen Sieg Italiens beim ESC 2021 in Rotterdam wollte das Gewinner-Land am Dienstagabend zeigen, was eine eindrucksvolle Show ist: beinharte Beats, eine phänomenale Choreographie, angefeuert von einer pulsierenden Lichtshow.

Daraufhin passierte, was bei einem ESC passieren muss: Die Geister scheiden sich, was da gerade auf dem Fernsehschirm zu sehen ist: Außerirdische? Minions!

Eine Sache steht allerdings so gut wie fest: Die Ukraine muss gewinnen. Sämtliche andere Teilnehmer-Nationen kämpfen um eine gute Platzierung. Selbst der deutsche ESC-Kandidat Malik Harris (stellt sich am Donnerstag im zweiten Halbfinale vor) kann sich prima mit der Idee abfinden, dass sämtliche Jurys und das Publikum für den ukrainischen Rapper Oleh Psiuk stimmen.

Der präsentierte sich am Dienstabend mit einem kraftvollen Song und einer guten Show. Aber weitaus wichtiger wäre das politische Signal: Denn der Gewinner des Eurovision Song Contest 2022 trägt den Sieg in das Heimatland: Die Ukraine würde also den ESC 2023 ausrichten, ein starkes Signal mitten im Ukraine-Krieg gegenüber dem Aggressor Russland. Dem wurde die Teilnahme versagt, und so wird es wohl auch im kommenden Jahr sein. Eine Eurovision-Show in Kiew oder Lwiw, was wäre das für ein Zeichen der Solidarität!

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Felicia Lu fliegt aus der deutschen ESC-Jury - Favoriten verraten

Am Donnerstag tritt nicht nur Deutschlands Kandidat Malik Harris im zweiten Eurovision-Halbfinale an: Auch die deutsche Jury wird über die anderen Teilnehmer des ESC abstimmen. Doch kurz davor gibt es den ersten Eklat im deutschen Team: Nach gerade mal einem Tag ist Sängerin Felicia Lu schon wieder aus der deutschen Jury für den Eurovision Song Contest herausgeflogen. Die 26-Jährige hat Regeln der Veranstalter verletzt - sie hatte schon im Vorfeld ihre Favoriten für den ESC bekannt gemacht. Die Singer/Songwriterin habe bereits im März ihre Lieblinge veröffentlicht, teilte der Norddeutsche Rundfunk am Dienstag in Hamburg mit. Die Regeln besagen allerdings, dass Mitglieder einer nationalen Jury das nicht dürfen. „Die entsprechende Vereinbarung hatte Felicia Lu im April unterschrieben. Daher sah sich der NDR in Absprache mit der European Broadcasting Union (EBU) leider gezwungen, sie aus der Jury auszuschließen.“ Die EBU organisiert den Wettbewerb.

Lu, die in diesem Jahr auch zum ESC wollte und sich im deutschen Vorentscheid nicht hatte durchsetzen können, war erst am Montag als Teil der fünfköpfigen Jury bekanntgegeben worden. Sie wird nun durch die KiKA-Fernsehmoderatorin Jessica Schöne (33) ersetzt, die auch schon von Junior ESC berichtet hat. Sie wird damit am 12. und am 14. Mai gemeinsam mit Michelle, Max Giesinger, Tokunbo und Christian Brost die ESC-Kandidaten des zweiten Halbfinales und des Finales bewerten. Die entsprechenden Jurypunkte - und damit 50 Prozent der deutschen Punkte - verkündet wie gewohnt Moderatorin Barbara Schöneberger.

Für Deutschland tritt beim Finale am Samstag im italienischen Turin Malik Harris mit dem Lied „Rockstars“ an. Der deutsche Beitrag ist stets direkt für die Endausscheidung gesetzt, weil die Bundesrepublik zu den größten Geldgebern der Veranstaltung zählt.