Dominik Münch war 2008 bei DSDS. Jetzt will er wieder im Fernsehen durchstarten. Foto: Dominik Münch

Es ist mehr als zehn Jahre her, dass Dominik Münch das erste Mal Fernsehluft schnupperte. 2008 versuchte sich der Karlsruher bei DSDS – und fiel dort vor allem durch seinen Zoff mit dem einst unumstrittenen Chef-Juroren Dieter Bohlen auf. Doch seither ist einiges passiert. Münch wurde Vater und verlor seinen Sohn 2014 an den Krebs. Seither leidet der gelernte Friseur unter Angststörungen und Panikattacken. Am Leben gehalten, habe ihn damals nur das Ziel, es wieder ins Fernsehen zu schaffen, sagt er dem KURIER. Dem Ziel kommt er am Freitag wieder einen Schritt näher: Dann beginnt sein Job als Reality-TV-Experte

Dominik Münch: So schlimm sind seine Panikattacken 

Wer schon einmal mit Panikattacken zu tun hatte, weiß: Das ist kein Spaß! „Es fühlt sich an, als ob jemand mir den Hals zuschnürt“, beschreibt Münch die Momente, in denen er die Kontrolle über seinen Körper verliert. Die Gedanken beginnen dann zu kreisen. Oft denkt er: „Jetzt ist es gleich vorbei, ich habe einen Herzinfarkt, Hirnschlag oder einen Schlaganfall.“ Dabei empfindet er auch die typischen Symptome: taubes Gefühl, Herzrasen, Schwindelgefühle. Beinahe jeden Tag leidet er darunter. Ein Arzt konnte nicht helfen, mehrere Therapien hingegen schon.

Doch noch immer machen die Probleme Münch zu schaffen. „Auch, wenn ich abgelenkt bin. Das kann immer kommen“, sagt Münch. Daher habe er sich um eine Langzeittherapie bemüht. „Die beginnt im August in Köln und dauert vier Monate“, berichtet er. Doch auch auf einem anderen Wege will Münch den Weg zurück zu sich selbst finden: Über das Fernsehen.

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Der Wunsch wieder im TV präsent zu sein und Menschen zu unterhalten macht ihm auch Hoffnung. Einen ersten Schritt zurück ins Fernsehen macht er am Freitag, wenn sein neuer Job als Reality-TV-Experte beginnt. Für Arenaplus.tv, den Streaming-Sender des umstritten TV-Unternehmers Timo C. Storost, bespricht er nun regelmäßig die neuesten Geschehnisse im Reality-TV. Am Freitag um 21.30 Uhr soll es um „Promis unter Palmen“ gehen. Die Sendung wird live gesendet. Auch für „Promi Big Brother“ ist er bereits als Experte eingeplant.

Dort würde Dominik Münch auch gerne einmal auftreten, wie er im Gespräch mit dem KURIER offenbart. Oder im Dschungelcamp. Ohnehin wirkt der inzwischen 35-Jährige voller Tatendrang und voller Lust auf sein neues Leben. Nur wenn er über den Tod seines Sohnes Lenny spricht, wird er ruhiger, die Stimme brüchig. Er habe sich nach dem Tod seines Sohnes in Drogen und Alkohol gestürzt doch das sei vorbei, sagt er. Den Drogen hat er längst entsagt, das letzte Mal getrunken habe er im vergangenen Oktober.

Im Februar holte ihn diese Episode seines Lebens noch einmal ein. Weil er betrunken einen Taxifahrer bedroht hatte, bekam er eine Bewährungsstrafe aufgebrummt. Da hatte er aber längst einen neuen Lebensweg eingeschlagen. Corona habe ihn nach ausschweifenden Jahren zur Ruhe kommen lassen und dafür gesorgt, dass er sich neu fokussiert hat. Bereits im vergangenen Jahr schrieb er ein Lied für seinen verstorbenen Sohn, kümmerte sich darum, den Platz in der Langzeittherapie zu bekommen. Die Strafe sei dann nochmal ein „Schlag ins Gesicht“ gewesen, der ihm noch einmal vor Augen geführt hat, was in den letzten Jahren alles passiert ist.

Bei DSDS war Dominik Münch der Rüpel-Kandidat

Auch die Zeit bei DSDS, wo er nach Streitereien mit Bohlen als Show-Rüpel abgestempelt wurde, bewertet Dominik Münch inzwischen anders. „Da war ich noch grün hinter den Ohren“, sagt er heute. „Da hab ich mich in der Medienbranche noch gar nicht ausgekannt.“ So plötzlich vor Bohlen zu stehen, sei besonders gewesen. Zudem habe man inzwischen auch friedliche Worte miteinander gewechselt. „2015 war ich zum Finale eingeladen, da haben wir kurz gesprochen“, sagt Münch. DSDS ohne den langjährigen Chefjuror, kann sich Münch übrigens nur schwer vorstellen. „Die müssten da einen hinsetzten, der eine große Reichweite hat“, sagt er. „Capital Bra vielleicht.“

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Insgesamt musste Münch zahlreiche Rückschläge verkraften. Viele waren unverschuldet, für manche trägt er allein Verantwortung. Doch er kam mit einem blauen Auge davon. Das will Münch nun als Chance sehen, seinen Weg zu gehen. Die Therapie und der Wiedereinstieg ins Fernsehgeschäft sollen ihm dabei helfen. Und dieses Mal soll die Karriere nicht wieder unterbrochen werden. Münch will ins Fernsehen zurückkehren, u dort zu bleiben, sagt er. „Ich möchte ja auch, dass mein Sohn im Himmel stolz auf mich ist.“