Pfarrer Martin Fohl und Günther Jauch bei „Wer wird Millionär“. Foto: TVNOW/Frank Hempel

Manchmal gibt es auch bei „Wer wird Millionär“ Fragen, die auf den ersten Blick fast undurchschaubar erscheinen – doch eigentlich sind sie ganz einfach zu lösen. Vor einer solchen Aufgabe stand in der letzten Folge der Quiz-Show Pfarrer Martin Fohl: Der Kandidat kämpfte um 32.000 Euro, hätte eigentlich die grauen Zellen etwas anstrengen müssen. Doch statt genau zu kalkulieren, überschlug er nur. Der Kandidatenjoker rettete ihn am Ende. Hätten Sie die Aufgabe gelöst?

Pfarrer Fohl macht gar keine Anstalten, sich der Frage wirklich mathematischen Gesichtspunkten zu widmen. Die Aufgabe lautete: „Wenn ein Dieb pro Sekunde eine Kombination schafft, braucht ein Dieb zum Öffnen eines Zahlenschlosses mit vierstelligem Code maximal…?“ Die Antwortmöglichkeiten: A) etwa 300 Sekunden, B) knapp 170 Minuten, C) gut fünf Stunden oder D) rund einen halben Tag. Für ihn ist die Lage klar. „Es ist ein vierstelliger Code, es ist vierfach verstellbar – halber Tag! Das ist ein halber Tag, das sind zwölf Stunden – das ist eine Menge Zeug, aber das ist auch ein vierstelliger Code!“ Günther Jauch grätscht in die Überlegungen. „Darf ich mal ein völlig exotisches Verb einwerfen? Rechnen!“ Hand aufs Herz: Hätten SIE es gewusst?

Mathe-Frage bei „Wer wird Millionär“: So einfach ist die Lösung!

Denn eigentlich ist die Aufgabe gar nicht so schwer: Wenn das Schloss vier Stellen mit jeweils zehn Ziffern hat (0 bis 9), berechnet man die Anzahl der möglichen Kombinationen mit 10x10x10x10 – es gibt also 10.000 mögliche Kombinationen. Um sie einzugeben, bräuchte der Dieb also 10.000 Sekunden. Schwieriger wird es bei der Kopfrechnung, die jetzt folgt: Um auf die Anzahl der Minuten zu kommen, muss man 10.000 durch 60 teilen – das ergibt knapp 167 Minuten. Richtig wäre also Antwort B.

Pfarrer Martin Fohl wollte bei „Wer wird Millionär“ nicht rechnen. Foto: TVNOW/Frank Hempel

Doch Fohl ist sich sicher. „Ich überschlage das in der Regel“, sagt er. Jauch kontert: „Ich habe früher den Kindern immer gesagt: Rechne laut. Die haben auch immer überschlagen.“ Doch der Kandidat geht auf Jauchs Hilfestellung nicht ein. Der Quizmaster: „Er ist denkfaul.“ Fohl nimmt den Kandidatenjoker, Helfer Janos Pigerl aus dem Publikum schreitet ein, rechnet die komplette Aufgabe sogar korrekt vor – und der Pfarrer hat die 32.000 Euro im Sack.

Aber: Hätte Jauch, der den Pfarrer in der Sendung striezte, das selbst auch wirklich hinbekommen? „Ich hätte mir einfach die Zeit gelassen, denn es ist natürlich relativ einfach“, sagte er im Interview mit RTL. Man brauche für eine Stelle 10 Sekunden, für zwei Stellen 100 Sekunden, das könne man hochrechnen – und am Ende auf die Zeit herunterbrechen. „Aber er hat ja gar nicht gerechnet, sondern einfach nur überschlagen. Und da hätte er sich damit auch fast überschlagen, denn das wäre falsch gewesen.“