Die vier Bundys alias Christina Applegate („Dumpfbacke“ Kelly), Katey Sagal (Peggy), Ed O’Neill (Al) und David Faustino (Bud, v. l.) imago images/United Archives

„No Ma’am“ – das ist kein schlechter Scherz! Al Bundy kehrt nach über 25 Jahren zurück ins Fernsehen – zusammen mit seiner schrecklich netten Familie! Laut der Hollywood-Webseite Deadline soll es eine Neuauflage von „Married… with Children“ (so der US-Originaltitel) geben.

Der einzige Wermutstropfen: Es wird eine Animationsserie. Die vier Bundys alias Ed O’Neill (Al), Katey Sagal (Peggy), Christina Applegate („Dumpfbacke“ Kelly) und David Faustino (Bud) haben bereits zugesagt, die Original-Stimmen zu stellen. „Family Guy“-Produzent Alex Carter steckt hinter dem Projekt, um das sich der Sender Fox mit den Streamingsendern Hulu und Peacock ein Tauziehen um die Rechte liefern soll.

Lesen Sie auch: „Die wilden Siebziger“ kommen wieder – und diese Stars sind dabei >>

Die Sitcom um den mürrischen Schuhverkäufer Al aus einem Vorort in Chicago war zwischen 1987 und 1997 im US-Fernsehen gelaufen und hatte weltweit Kultstatus erworben. Was nur wenige wissen: Es gab kein echtes Finale der Show, die vom Sender Fox überraschend wegen schleppender Vertragsverhandlungen mit den Hauptdarstellern nach 11. Staffeln abgesetzt wurde.

Al Bundy kommt zurück – Zusammen mit seiner schrecklich netten Familie

Mehrere Versuche einer Spin-off-Serie schlugen in den nächsten Jahrzehnten fehl. Darunter auch die Serie „Bud“ über den Sohn der Familie, der in das alte Haus der Bundys zieht, nachdem Al und Peggy nach einem Lottogewinn nach Las Vegas übersiedeln. Da O’Neil, Sagal und Applegate alle zu der Zeit in anderen Serien mitspielten, scheiterte der Versuch aus Termingründen.

Lesen Sie auch: „Bares für Rares“-Händler Wolfgang Pauritsch: Bei DIESEM Verkauf wurde er (fast) zum Betrüger >>

Ein Schuhverkäufer, der zum Sex gezwungen wird

Die US-amerikanische Sitcom-Parodie, die im Original „Married... with Children“ heißt, startete 1987. Ursprünglich planten die Macher ganze 13 Folgen. Doch aus der „Schrecklich netten Familie“ wurde eine der erfolgreichsten Sitcoms überhaupt, die in alle westlichen Länder der Welt verkauft wurde.

Lesen Sie auch: Länger als 15 Minuten am Stück: Erste Stadt kassiert für bellende Hunde ab

„Eine schrecklich nette Familie“ zusammen mit ihren Nachbarn Marcy Rhoades (Amanda Bearse) und Steve (David Garrison). hte imago/United Archives

Frank Sinatra hat es kommen sehen. Der Titelsong „Love and Marriage“ von Frank Sinatra hätte die verzwickte Lage nicht treffender zum Ausdruck bringen können. Obwohl der Song aus dem Jahre 1955 und der Serie „Our town“ – mit Frank Sinatra – stammt, war er der Serie wie die auf den Leib geschneidert.

„Eine schrecklich nette Familie“: Kult dank Klischees

Die Produzenten wollten eine Familie erschaffen, die so niederträchtig ist, dass jeder, egal wie elend sein Leben ist, auf diese Menschen herabschauen kann. Das Konzept funktionierte: Anfangs war die Serie wegen ihres zweifelhaften Humors und ihrer Frauenfeindlichkeit zwar sehr umstritten. Doch letztlich haben der intensive Einsatz von Klischees, wie z. B. das blonde Dummchen mit den wechselnden Männerbekanntschaften oder die flachbrüstige, feministische Nachbarin, die mit einem devoten Ehemann verheiratet ist, auch für den Kultstatus der Serie gesorgt.

Lesen Sie auch: Macht es eigentlich einen Unterschied, ob ich Wäsche bei 30 oder 40 Grad wasche?

Die Bundys sind eine heruntergekommene Familie aus Chicago und Familienoberhaupt Al ein erfolgloser Damenschuh-Verkäufer. „Das rothaarige Monster“ an seiner Seite – seine Frau Peg – vermeidet mit aller Finesse die Hausarbeit und bedrängt ihn dafür umso mehr mit ihrer Sexgier. Sein Kommentar dazu: „Viele Leute müssen mit ihrer Enttäuschung leben. Aber ich muss mit meiner schlafen.“ Nicht minder anstrengend sind die Kinder: Sein Jüngster, Stammhalter Bud, ist ein Teufelsbraten, seine Tochter Kelly, die er liebevoll „Dumpfbacke“ nennt, ein wandelnder Blondinenwitz – und alle zusammen sind vulgär.