Willi Herren ist im Alter von 45 Jahren verstorben. Imago/Sven Simon

Willi Herren hatte viele Freunde, unzählige Kollegen und noch mehr Fans. Dass die Beisetzung des Entertainers am Mittwoch in seiner Heimatstadt Köln nur im kleinsten Kreis von rund 30 Personen stattfand, ist nicht nur auf die Pandemie zurückzuführen, sondern auch auf den Wunsch der Familie nach Privatsphäre. Dennoch wollten zahlreiche Fans ihrem Willi auf seinem letzten Weg noch einmal ganz nah sein.

Willi Herren wurde am Mittwoch auf dem Kölner Melaten-Friedhof beigesetzt

Die Beisetzung wurde auf dem Melaten-Friedhof im Westen der Kölner Innenstadt arrangiert. Dort liegen beispielsweise auch der ehemalige Außenminister Guido Westerwelle und Schauspieler Dirk Bach begraben. Um 11 Uhr begann die Trauerfeier für die 30 erlaubten Gäste. Laut Augenzeugen waren es deutlich mehr, doch das Ordnungsamt schien ein Auge zuzudrücken. Wie bereits zuvor angekündigt, gab es ein Teelichtritual, bei dem jeder Trauergast einzeln zum Sarg vortreten und ein paar Worte zum Verstorbenen richten konnte. So konnten Abstände und die persönliche Verabschiedung eines jeden gewährleistet werden. Um 11.11 Uhr ließen die Trauergäste unter Applaus rotweiße Luftballons steigen. Ein symbolträchtiger Akt, der die Liebe Willis zu seiner Stadt Köln und ihren Bräuchen ausdrücken sollte.

Willi Herren mit seiner Tochter Alessia und seinem Sohn Stefano zur Eröffnung seines Foodtrucks am 16. April. Es war sein letzter öffentlicher Termin. Imago/Horst Galuschka

Geplant hatten die Trauerfeier Willi Herrens Kinder Alessia (19) und Stefano (27). Nach dem Trauerakt in der Kapelle wurde Willi Herrens Sarg auf eine schwarze Kutsche geladen. Auch der Sarg des Schlagerstars war in schwarz gehalten. Auf der Seite war in goldener Farbe die Silhouette seiner Heimatstadt Köln zu sehen, auch der Spruch „Tschüss, Ciao und auf Willisehen“ soll sich auch dem Sarg wiedergefunden haben. Ansonsten waren Rot und Weiß die Mottofarben der Trauerfeier. Sowohl der Blumenschmuck als auch die Luftballons waren in den Farben der Stadt Köln gehalten.

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Obwohl die Familie zum Schutz der Privatsphäre und wegen der Einhaltung der Corona-Regeln darum gebeten hat, nicht zum Friedhof zu kommen, ließen sich einige Menschen nicht davon abhalten, Willi die letzte Ehre zu erweisen. Unter ihnen war auch der Reality-Star Frank Fussbroich. Einige legten am Friedhof Blumen und Kerzen ab oder hatten Plakate gebastelt, andere versuchten zum Grab vorzudringen, um Fotos zu machen. Zwei Mitarbeiter des Ordnungsamts wurden abgestellt, um das zu verhindern.

Der Sarg von Willi Herren wird auf einer Kutsche zum Grab gebracht. dpa/Rolf Vennenbernd

An Willi Herrens Grab wurde Kölsche Jung gespielt

Am Grab wurden zwei von Willi Herrens Lieblingsliedern gespielt „Niemals geht man so ganz“ von Trude Herr und „Kölsche Jung“ von der Gruppe Brings. Zudem seien laut dem Bestattungsunternehmen Wunderkerzen gezündet worden, um auf Willi „herunterzufunkeln“. Die Anwesenden sollen sehr ergriffen gewesen sein.

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Willi Herrens Witwe Jasmin war übrigens nicht dabei. Sie hatte in der vergangenen Woche die Planung der Trauerfeier aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Sie sei „körperlich und seelisch“ nicht in der Lage, hatte ihr Management mitgeteilt. Es gibt allerdings auch Gerüchte über Differenzen zwischen ihr und dem Rest von Willis Familie. Was da daran ist, ist nicht sicher. Dennoch ist ihr zu wünschen, dass auch sie sich angemessen von ihrem Willi verabschieden kann.