Schauspieler Michael Degen ist im Alter von 90 Jahren verstorben. Imago/Sven Simon

Große Trauer in der Schauspielwelt! Der deutsch-israelische Schauspieler Michael Degen ist im Alter von 90 Jahren in Hamburg gestorben. In einer Bestätigung der traurigen Nachricht gedenkt der Rohwohl-Verlag einem „Menschen und Künstler, der mit seiner Wärme und Begeisterung berührte und mitriss, und dessen vielseitiges Werk bleiben wird“.

Michael Degen spielte Theater und Fernsehen

Degen war einem großen TV-Publikum zuletzt vor allem dank der „Donna Leon“-Krimiserie der ARD vertraut. Darin verkörperte er jahrelang den eitlen „Vice-Questore Patta“. Zuvor hatte der Künstler in zahlreichen klassischen, modernen und unterhaltenden Rollen auf wichtigen Bühnen sowie in Film und Fernsehen Erfolge gefeiert.

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Michael Degen (l.) mit Uwe Kockisch in Donna Leon MDR/ARD Degeto/BR

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Michael Degen wurde 1932 in Chemnitz geboren und musste gleich in seinen ersten Lebensjahren um sein Leben bangen. Sein Vater, ein jüdischer Sprachenprofessor und Kaufmann starb 1940 im KZ in Sachsenhausen, der junge Michael Degen selbst konnte mit seiner Mutter in Berlin untertauchen. 1999 verarbeitete er seine Erfahrungen in dem Buch „Nicht alle waren Mörder. Eine Kindheit in Berlin“. Er und seine Mutter Anna hatten mutigen Freunden ihr Überleben zu verdanken. Die Geschichte wurde im Jahr 2006 für die ARD verfilmt.

Michael Degen wanderte nach Israel aus, kehrte aber zurück

Nach dem Sturz des Nazi-Regimes durch die alliierten Truppen wanderte Degen zunächst 1949 nach Israel aus, doch schon nach zwei Jahren zog es ihn zurück nach Deutschland – aus Sehnsucht in seiner Muttersprache Theater zu spielen, erklärte er später. Bis zu seinem Tod behielt er beide Staatsbürgerschaften.

Degen spielte auf Bühnen in Berlin, Köln, Frankfurt am Main, München, Salzburg, Hamburg und Wien, arbeitete mit Regisseuren wie Ingmar Bergmann, Rudolf Noelte und Peter Zadek.

Einem großen TV-Publikum wurde der Darsteller 1979 als Bendix Grünlich in Franz Peter Wirths „Die Buddenbrooks“ bekannt. Mit der NS-Vergangenheit setzte er sich unter anderem in Egon Monks „Die Geschwister Oppermann“ (1983) und Michael Kehlmanns „Geheime Reichssache“ (1987) auseinander. Häufig trat er aber auch in leichteren Sendungen auf - von „Derrick“ und „Klinik unter Palmen“ bis zu „Traumschiff“ und „Rosamunde Pilcher“.

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Michael Degen war dreimal verheiratet. Aus den ersten beiden Ehen gingen zwei inzwischen erwachsene Kinder hervor. Mit seiner dritten Frau Susanne Sturm lebte er zuletzt in Hamburg.