"Promis unter Palmen" dürfte wohl Bastian Yottas letzte Trash-TV-Format in Deutschland gewesen sein. Sat.1/Richard Hübner

Diese Challenge war seine letzte vor einer größeren Öffentlichkeit. Dass er sie gewonnen hat, war für viele Zuschauer ohnehin nur noch eine Nebensache. Mit dem Sieg bei der Sat.1-Show „Promis unter Palmen“ ist die Reality-TV-Karriere von Bastian Yotta vorbei. Die großen Privatsender RTL und Sat.1 entzogen dem 42-Jährigen ihre Rückendeckung, nachdem ein Video aufgetaucht war, indem der selbsternannte Lifecoach darüber referiert, wie man Frauen beim Sex erniedrigt.

Gemeinhin gelten Formate wie das Dschungelcamp, „Promi Big Brother“, sämtliche „Bachelor“-Formate und eben auch „Promis unter Palmen“ als eine Art von Fernsehen, die nur die schlechtesten Seiten der Menschen zeigt. Und das, ohne dass es Konsequenzen gibt. Oft schwingt mit, diese Shows seien unmoralisch. Doch immer wieder zeigt sich das Gegenteil.

Auch der Bachelor musste mit Konsequenzen leben

Der jüngste Bachelor, Sebastian Preuss, beklagte, dass er Sponsoren verloren hatte, nachdem an die Öffentlichkeit kam, dass er dafür verurteilt wurde, einen Mann mit einem Schwan verprügelt zu haben. Sicher trug auch sein übergriffiges Verhalten gegenüber den Kandidatinnen dazu bei. Das Trash-TV ist also keine Welt, die komplett von der Realität entkoppelt ist.

Das musste nun eben auch Bastian Yotta spüren. Nachdem er und Carina Spack bei „Promis unter Palmen“ mit Mobbing-Attacken der übelsten Sorte auf sich aufmerksam machten, verloren beide Geschäftspartner. Protz-Proll Yotta muss sich nun wegen seines frauenverachtenden Coaching-Videos und einer Aufnahme, die ihn beim Quälen eines Hundes zeigen soll, sogar ganz aus dem deutschen Reality-TV verabschieden. Denn nachdem RTL und Sat.1 weitere Projekte mit ihm ausschlossen, bleiben nicht mehr viele Möglichkeiten für den 42-Jährigen.

Schade ist das nicht. Einen großen Unterhaltungswert hatte Yotta genaugenommen nie so richtig. Der damalige „Bild“-Journalist Ingo Wohlfeil entdeckte Yotta, der bürgerlich eigentlich Gillmeier heißt, 2015. Er schäme sich dafür, betont er seit einigen Jahren immer, doch er brachte die Karriere ins Rollen. Auf Artikel in "Bild" folgte eine Mini-Serie im Rahmen der Pro7-Sendung „taff“, in denen es hauptsächlich darum ging, dass Bastian Yotta und seine damalige Freundin Maria reich und schön seien und viel Geld ausgeben würden.

Yottas Ziel: Karriere im TV

2017 folgte eine Teilnahme bei der RTL-Nackt-Dating-Show „Adam sucht Eva“, ehe er 2019 ins Dschungelcamp zog und damit eines seiner Ziele erreichte, wie Yotta-Entdecker Wohlfeil damals sagte. Er habe mit viel Geld, dass er sich bei einem älteren Ehepaar geliehen hatte, auf sich aufmerksam gemacht, um so eine TV-Karriere zu starten.

Bastian Yotta versuchte sich im Dschungelcamp als Motivatsionstrainer zu vermarkten.
Imago stock&people

Doch die Person Bastian Yotta war einfach nicht interessant genug. Die Protzgeschichte war recht schnell auserzählt und nicht mehr interessant. Im Dschungel versuchte er sich also als Lifecoach zu inszenieren – und tatsächlich zitieren heute noch Trash-TV-Fans das Yotta-Mantra „strong, healthy and full of energy“. Sendezeit bekam er jedoch hauptsächlich durch den Dauerstreit mit dem Kandidaten Chris Töpperwien.

Yottas Inszenierung als Motivationstrainer zieht nicht

Das gleiche versuchte er nun bei „Promis unter Palmen“, doch weder die Kandidaten (nur der treue gutgläubige Tobi machte mit), noch bei den Produzenten der Sendung (kaum Fokus auf die Morgenübung) wollten davon etwas wissen. Er versuchte sich als Lehrer zu präsentieren und schien dabei wirklich zu glauben, dass er eine Person ist, die anderen etwas auf den Weg geben kann, auch wenn sein Motivationsbuch – die Yotta-Bibel – nicht mehr als altbekannte Plattitüden enthält. Er scheint, das zeigt sich von Show zu Show, einer dieser Menschen zu sein, die irgendwann ihre eigenen Lügen glauben.

Als er merkte, dass Claudia Obert mit ihren Streitereien mit Désirée Nick ihm bei "Promis unter Palmen" die Sendezeit stahl, weil sie einfach der interessantere, tiefere Charakter war, war plötzlich Schluss mit dem Motivieren. Das Mobbing begann. „Er kann die Welt manipulieren“, zitierte Wohlfeil vor einem Jahr einen ehemaligen Yotta-Angestellten. Auch Yotta-Ex Natalia Osada bestätigte das erst in der vergangenen Woche in einem tränenreichen Instagram-Video.

Im Finale von "Promis unter Palmen" bejubelt sich Bastian Yotta selbst. Einer muss es ja tun. Sat.1

Bis zum Sieg bei "Promis unter Palmen" konnte er sich manipulieren, sich zum Führer der Trash-Promi-Gruppe aufschwingen, der keine Kritik duldete und dieser mit einer bedrohlichen Passiv-Aggressivität begegnete. Es war sein letzter Sieg im deutschen Trash-TV und gleichzeitig eine große Niederlage. Yotta hatte offenbar verdrängt, dass er sich in der Vergangenheit durch sein Verhalten Feinde gemacht hatte, die es nicht zulassen wollen, dass er sich als Selfmade-Millionär und erfolgreicher Motivationstrainer inszeniert, obwohl er sie um Geld, Zeit oder Gefühle betrogen hatte. Erste Weggefährten meldeten sich bereits im vergangenen Jahr, als Yotta im Dschungelcamp war.

Trash-Formate brauchen Bastian Yotta nicht

Ein Großteil der Trash-Fans hatte ihm da schon lange die kalte Schulter gezeigt. Das Verhältnis von manipulativer Bosheit und niedrigem Unterhaltungswert hatte nie gepasst. Er ist kein Wendler, der zwar auch polarisiert, aber in erster Linie doch eben für eine gute Zeit vor dem Fernseher sorgt. Vielleicht wäre er ohnehin nicht mehr gebucht worden. Doch die Enthüllungen der vergangenen Wochen sowie das Verhalten bei „Promis unter Palmen“ sorgten für das endgültige Ende von Yottas TV-Karriere. Er wird daran finanziell zu knabbern habe, die Zuschauer aber werden es verschmerzen - und die Formate können ohne ihn nur gewinnen.