Der walisische Sänger Tom Jones. Der 80-Jährige trauert noch immer um seine 2016 verstorbene Frau. Foto: EMI/Universal Music/dpa

Der Sänger Tom Jones hat die Urne seiner verstorbenen Frau Melinda in seinem Schlafzimmer platziert: „Sie steht jetzt neben meinem Bett, darüber hängt ein schönes Bild von meiner Frau. Wenn ich aufwache, spreche ich zu ihr. Und sie ist auch die Letzte, zu der ich ,Gute Nacht‘ sage. Ich küsse die Urne und gehe schlafen“, sagt der 80-Jährige im BUNTE-Interview. Tom Jones war 59 Jahre mit Melinda Rose Trenchard verheiratet, sie starb vor fünf Jahren im Alter von 75 Jahren an Krebs.

Seine beiden Impfungen gegen das Coronavirus hat Tom Jones bereits erhalten. Wenn es nach ihm geht, steht er im Sommer endlich wieder auf der Bühne. „Momentan sieht es nach Mitte Juli aus“, erzählt er im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Für den Sommer sind ein paar Open-Air-Konzerte in England geplant – mit Publikum. „Gott sei Dank!“, sagt der 80-Jährige. „Denn welchen Sinn hat das ohne die Leute? Die Leute wollen mich singen hören, und ich will für sie singen.“ Außerdem hat er neue Songs vorzustellen.

Tom Jones und seine Frau Linda 1972 in London. Foto: Imago/Zuma/Keystone

Das wievielte Studioalbum „Surrounded By Time“ in Tom Jones’ langer Diskografie ist, lässt sich nicht mit absoluter Sicherheit sagen, vermutlich Nummer 42. Auf jeden Fall ist es das erste seit dem Tod seiner Frau. „Das Schwierigste, was ich in meinem Leben je bewältigen musste“, sagt Jones. „Doch die Zeit heilt alle Wunden. Es ist ein Kampf, aber es stimmt.“

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Der gemeinsame Sohn Mark habe ihm dabei geholfen. „Er hat zu mir gesagt: ‚Du musst jetzt in die Gänge kommen und dich zusammenreißen. Sonst gehst du ein, sonst kannst du auch gleich sterben‘“, erzählt Jones. Schließlich ging Jones wieder auf Tournee – und ins Studio. „Du musst weitermachen“, habe ihm auch Linda kurz vor ihrem Tod aufgetragen.

Tom Jones, Raquel Welch und Engelbert Humperdinck bei einem Auftritt in London 1970. Foto: Cinema Legacy Collection/The Hollywood Archive

Mit dem Altern hat der „Tiger“, wie er wegen seines Sex-Appeals in den 60er-Jahren genannt wurde, allerdings überhaupt kein Problem. Nur eins stört ihn daran: „Dass mir nicht mehr so viel Zeit übrig bleibt.“

Er wolle „das Beste aus jeder Sekunde machen, die mir noch bleibt“, sagt Sir Tom, wie er sich seit dem Ritterschlag durch die Queen im Jahr 2005 nennen darf. „Ich hatte ein wunderbares Leben. Und ich habe immer noch ein wunderbares Leben. Ich will mich nicht zur Ruhe setzen.“