Tom Hanks stellte seinen Film „Elvis“ bei den Filmfestspielen in Cannes vor. Joel C Ryan/Invision/AP

Elvis Presley war die Lichtgestalt, sein Manager der Schattenmann, der im Hintergrund die Fäden zog und sich selbst bereicherte. Im neuen „Elvis“-Film spielt Tom Hanks den zwielichtigen Colonel Tom Parker, der seinen Schützling zum Weltstar machte.

Wie mutiert man vom nettesten Typen in Hollywood auf der Leinwand zu einem unsympathischen Kerl wie dem Colonel?

Tom Hanks: Ich werde halt dafür bezahlt, die Kleider von anderen Menschen zu tragen und so zu tun, ich sei wer anders. Und das ist für mich das größte Glück. So kann ich meine Miete zahlen. Allerdings bin ich nicht daran interessiert, eine Figur zu spielen, nur weil diese böse ist. Ich mag Vielschichtigkeit. Wie „Mr. Bond, bevor ich Sie umbringen werde, kann ich Ihnen eine Tour durch mein Anwesen geben?“. (lacht)

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Wer war Parker für Sie?

Ohne ihn hätte es Elvis, den Weltstar nie gegeben. Parker hat sofort erkannt, dass er Presley zur Kultikone formen könnte. Er hat nämlich nicht geschaut, was Elvis auf der Bühne an Hüftschwüngen und so alles abzieht, sondern welchen Effekt er damit auf seine Zuschauer hatte. So hat er erkannt, dass dieser junge Sänger eine verbotene Frucht war. Und Parker wusste, dass man mit verbotenen Früchten viel Geld machen kann.

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Austin Butler (links) als Elvis und Tom Hanks als Col. Tom Parker in einer Szene des Films „Elvis“ Warner Bros./dpa

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Geld, von dem er sich selbst einiges in die eigene Tasche abgezweigt hat!

War er ein kleiner Gauner, der es mit den Regeln nicht so genau genommen hat? Auf jeden Fall! Aber am Ende hat er immer alle Seiten zufriedenstellen können. Er wurde am Anfang der Presley-Jahre einmal gefragt, wieso er sich mit einer umstrittenen Figur wie Elvis abgibt. Er sagte: „Letztes Jahr hatte der Junge Talent, das eine Million Dollar wert war. Heute hat er eine Million in der Hand.“ Natürlich hatte Parker davon 10 Prozent selbst eingesackt.

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Ein netter Typ halt.

Für mich war er ein entzückender Kerl, der überall gute Laune verbreitet hat – während er sich selbst die Taschen vollgestopft hat (lacht). Ich muss zugeben, ich hatte ihn mir ursprünglich ganz anders vorgestellt.

Wie denn?

Ich hatte das Bild eines groß gewachsenen, lauten und bombastischen Kerls in meinem Kopf. Stattdessen habe ich beim Rollenstudium den wahren Colonel Parker kennengelernt. Er war dieser kleine, schlaue Wicht, der ohne zu zögern kleinen Kindern 25 Cent zu viel für ein Elvis-Foto abgeknöpft hat. Und der das genauso sehr genossen hat, wie ein Casino in Las Vegas um 25 Millionen zu betrügen. Er hat solche Gaunereien einfach geliebt – egal, um welche Summe es ging.

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Die Reibungen zwischen Elvis und dem Colonel wurden im Laufe der Zeit immer stärker …

… was hauptsächlich auch daran lag, dass Elvis Priscilla kennengelernt hat. Diese wurde dann zu einer noch wichtigeren Person in seinem Leben – eine Autorität, die die von Parker untergraben konnte. Und dennoch mag Priscilla den Colonel bis heute. Sie hat zu mir gesagt, dass sie es sehr schade findet, dass er nicht mehr lebt.