Bill Kaulitz wurde mit seinem extravaganten Auftreten bekannt – und ist heute ein Superstar. Imago/APress

Er wurde mit seinem extravaganten Auftreten bekannt – doch ausgerechnet das, was ihn später so berühmt machen sollte, bescherte „Tokio Hotel“-Frontmann Bill Kaulitz eine ziemlich unangenehme Jugend. In einem Interview mit dem Radiosender MDRJump sprach der 31-Jährige jetzt über Mobbing – und was er in seiner Schulzeit alles ertragen musste. Denn gerade am Anfang der Karriere, als die Jungs von „Tokio Hotel“ noch Teenie-Stars waren, gab es viel Gegenwind.

Bill Kaulitz traute sich nicht, im Unterricht etwas zu trinken

Doch der Hass, der ihm entgegenschlug, habe nicht erst in der Zeit mit der Band angefangen, berichtet er laut „tag24“. Schon als Grundschulkind sei er aufgrund seiner langen Haare aufgefallen, viele hätten ihn für ein Mädchen gehalten. „Dann haben alle Jungs, bis 16 Jahre, sich in mich verliebt ... als ,Schwester von meinem Bruder‘ und haben ihm Liebesbriefe gegeben für die ,Schwester‘“, sagt er. Damals habe er gedacht: „Wenn die rausfinden, dass ich ein Junge bin, werden die mich umbringen.“

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Er habe sich während des Unterrichts nicht getraut, etwas zu trinken, aus Angst, auf die Toilette zu müssen. Als er zehn Jahre alt war, sei er in einem Schwimmbad in eine Ecke gedrängt, sein Kopf unter die Dusche gehalten worden. Bis heute sei eine gewisse Angst vor Angreifern geblieben: Wenn Kaulitz in der Nacht laute Stimmen hört, erschrecke er sich, sagt er. Sein Resümee: „Schule war so ein Überlebenskampf.“

Foto aus längst vergessenen Zeiten: Die Jungs von „Tokio Hotel“ im Jahr 2007. Imago/Mauersberger

Als „Tokio Hotel“ entstand und die ersten Erfolge feierte, ging es weiter. Die Mitglieder der Band seien sogar mit Dingen beworfen worden. Die Menschen, die ihn hassten, hätten damals Anti-Bill-Plakate und -T-Shirts entworfen und getragen. „Ich hab das Gefühl, dass wir immer fast zu visuell und für Deutschland zu amerikanisch waren.“ Zum Glück hat sich die Situation geändert. Kaulitz: „Ich glaube zum Beispiel heute, 15 Jahre später, wäre das eben auch nicht mehr okay, 15-Jährige mit Sachen zu bewerfen.“