Während der Talkshow von Markus Lanz im ZDF kommen Dienstagabend beim Promi-Koch Tim Mälzer die Tränen.  Foto: ZDF

Tränen lügen nicht. Und auch ein Küchen-Bulle wie Tim Mälzer wird einmal von seinen Emotionen überrannt. In der Talkshow vom Marcus Lanz (ZDF) wird ihm plötzlich bewusst, was die Corona-Krise für seine Branche und vor allem für seine Restaurants wirklich bedeutet. Da brachen die Dämme.

Was war passiert?  Der TV-Koch und Besitzer von mehreren Restaurants hat normalerweise immer einen flotten Spruch parat. Am Dienstagabend war das anders. Bei „Markus Lanz“ diskutierten die Politiker Hubertus Heil (SPD), Karl Lauterbach (SPD), Katja Suding (FDP) und Mälzer über die Lockerungsmaßnahmen und die Auswirkungen der Corona-Pandemie – vor allem für die Gastronomie. Und das ging Mälzer sehr nahe.

Arbeitsminister: Die Pandemie beschäftigt uns noch eineinhalb Jahre 

Die Corona-Krise könnte für viele Gastronomen das Aus bedeuten – auch, wenn es schon als praktisch sicher gilt, dass die Gastronomie bis zum 22. Mai wieder öffnen darf. Doch die Prognosen, die bei „Markus Lanz“ recht deutlich auf den Tisch kamen, sehen nicht gut aus. Eineinhalb Jahre werde uns die Pandemie noch beschäftigen, rechnete Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) vor. Eineinhalb Jahre! Das war zu viel für Mälzer.

Markus Lanz wollte wissen, wie Tim Mälzer mit der aktuellen Situation umgehe. Doch der 49-Jährige winkte gleich ab und musste erstmal tief durchatmen. Unter Tränen sagte er: „Ich bin gerade echt angefasst. Ich verarbeite ja die Informationen, die hier im Gespräch geführt werden.“ Unfähig weiter zu sprechen, bat der Hamburger darum, das Studio verlassen zu dürfen: „Ich gehe mal kurz raus – ernsthaft!“

Mir fehlt angesichts der Situation allmählich jegliche unternehmerische Vision.

Tim Mälzer im ZDF bei Markus Lanz

Dass viele Unternehmer derzeit Angst um ihre Existenz haben, geht auch an Hubertus Heil nicht spurlos vorbei. „Ich bin kein kalter Hund, Herr Mälzer. Als reiner Arbeitsminister würde ich sofort alles wieder aufmachen. Aber wir haben Verantwortung für die Gesundheit der gesamten Gesellschaft!“

Tim Mälzer trägt die Verantwortung für über 240 Mitarbeiter

„Wir reden hier auch gar nicht über meine Existenz, sondern generell über eine ganze Branche. Über Menschen, mit denen ich sehr stark im Austausch bin. Über Mitarbeiter, für die ich mich morgens, wenn ich aufwache, verantwortlich fühle, ähnlich wie Sie auch“, so Mälzer, der sich zwischenzeitlich wieder beruhigt hatte. Ihm fehle angesichts der Situation allmählich „jegliche unternehmerische Vision“.

Mit insgesamt über 240 Mitarbeitern könne der Starkoch sein Schlachtschiff, die „Bullerei“, sicher irgendwie durchbringen, kleinere Läden jedoch möglicherweise nicht. „Wenn einem die Perspektivlosigkeit, in die man reinarbeitet, vorgeführt wird und auf einmal Menschen, Gesichter, Schicksale so vorgeführt werden, dann ist das ganz schön krass“, so Mälzer.