Nach einer Staffel Pause gehört Ruth Moschner wieder zur Stammbesetzung im Rateteam von „The Masked Singer“. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Wenn am Dienstag (20.15 Uhr) auf ProSieben wieder Prominente in ausgefallenen Kostümen auf die Bühne treten, sitzt Ruth Moschner in der ersten Reihe. Die Moderatorin gehört nach einer kurzen Pause wieder zum Stamm-Rateteam von „The Masked Singer“, der Show, in der bekannte Menschen nicht erkannt werden wollen. Im Interview erzählt Moschner, wen sie sich als Kandidat wünschen würde, wie sie auf fiese Kommentare im Netz reagiert und wie es um ihre eigenen Gesangsambitionen bestellt ist.

Frau Moschner, Sie gehörten nun eine Staffel lang nicht zum Stamm-Rateteam bei „The Masked Singer“. Wie entspannt war es für Sie, das Ganze von zu Hause vom Sofa aus zu verfolgen?

Moschner: Auf beziehungsweise vor dem Sofa war es spitze! Ich sah natürlich eher bodenständig als glamourös aus, weil sich ja keine Stylistin meiner angenommen hatte. Aber ein Spaß und Grund genug zum Abtanzen waren es trotzdem.

War es zu Hause leichter, in die Recherche zu gehen, wer unter den Masken stecken könnte? Man kann dann ja nebenher googeln.

(Lacht) Jahaaa! Und Kolleginnen und Kollegen schon während der Auftritte zu whatsappen, ob sie dasselbe denken wie ich! Aber ich schwöre, ich habe nur eine WhatsApp geschrieben, um mal direkt nachzufragen. Mach’ ich sonst nicht mehr. Auch, wenn es tierisch schwerfällt. Ich musste sehr lachen, weil Bülent (Ceylan, im Rateteam) mich während der Staffel anrief und meinte, er könne mich jetzt endlich verstehen. „The Masked Singer“ macht uns alle immer noch ein bisschen kribbelig im Kopf! Wie zu schnell getrunkene Brause.

Moderator Matthias Opdenhövel mit dreien der neuen Kostüme von „The Masked Singer“. Foto: dpa/Willi Weber

Gibt es einen Promi, den Sie sich auf jeden Fall bei „The Masked Singer“ wünschen würden? Oder einen Bereich, aus dem mal jemand mitmachen sollte? Ex-Politiker zum Beispiel waren ja noch nicht dabei.

Gregor Gysi wäre natürlich der Burner, der Mann hat doch Entertainmentqualitäten. Ich würde aber auch Sportlerinnen oder Sportler sehr begrüßen, Anni Friesinger-Postma oder Kati Witt! Oder einen Sänger aus einem anderen Genre, wie zum Beispiel Rolando Villazón. Nach Dieter Hallervorden und Veronica Ferres ist doch die Grenze nach oben offen. Hallo, Frau Iris Berben? Lesen Sie das? Es wäre mir eine große Ehre!

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Die Schlagzahl von „The Masked Singer“ hat sich erhöht, das letzte Finale ist nicht mal ein halbes Jahr her. Haben Sie Sorge, der Zuschauer könnte der Show auch mal überdrüssig werden?

Ich weiß, dass unser Team sehr hart dafür arbeitet, dass „The Masked Singer“ so aussieht wie der Kindergeburtstag, von dem man nicht mal gewagt hätte zu träumen. Daher bin ich sehr zuversichtlich, dass sich die Show nicht so schnell abnutzen wird. Außerdem sehnen wir uns doch alle gerade umso mehr danach, wenigstens für ein paar Stunden mal in den kunterbunten Pool der Fantasie abzutauchen, wo es keine Sorgen, Vorurteile und keinen Hass gibt.

Große Begeisterung bei „The Masked Singer“: Ruth Moschner geht immer voll mit. (Das Foto stammt aus der zweiten Staffel, vor Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland.) Foto: Imago/Christoph Hardt

Wenn man während der Shows in die sozialen Netze schaut, gibt es auch Reaktionen zu Ihrer Person. Sie reagieren ja doch oft sehr emotional auf die Auftritte, manchen Zuschauern ist das offenbar zu viel des Guten. Wie nehmen Sie das wahr?

Sie meinen die Twittergemeinde? Es ist interessant, dass man sich lieber auf negative als auf positive Kommentare stürzt, auch wenn sie nur einen minimalen Anteil am Ganzen haben. Ich weiß aber natürlich, dass es von mir durchaus recht dreist ist, nicht dem 50er-Jahre-Frauenrollenbild zu entsprechen. Ich bin eine Zu-Frau ... zu laut, zu bunt und zu fröhlich und zu wenig schön (lacht). Ironie aus. Solange man bei Twitter aber nur etwas dagegen hat, wie sehr ich mich freue, leide oder lache, ist das nun wirklich das kleinste meiner Probleme. Und ist es nicht eher so, dass so ein Tweet mehr über die twitternde Person aussagt? Ich werde die Show jedenfalls weiterhin unbeschwert genießen und mit meiner geliebten #teamruth-Nerd-Community abfeiern und raten bis zum Morgengrauen!

Besteht die Chance, dass Sie selbst einmal unter einer Maske an der Show teilnehmen?

Hach, da sprechen Sie was an. Das wäre natürlich großartig. Aber das kann ich der Show einfach nicht antun. Ich kann schlicht und ergreifend nicht singen. Und wenn ich mir vorstelle, dann noch in so einem 18-Kilo-Kostüm zu stecken, welches drückt und klemmt – nein. Ich ziehe deshalb noch mehr den Hut vor allen Nicht-Sängerinnen und Sängern, die diese Herausforderung annehmen!