Der italienische Schauspieler Mario Girotti, besser bekannt, als Terence Hill. Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Am 22. Dezember 1970 feierte der Western-Klamauk-Klassiker „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ in die italienischen Kinos Premiere. Dort hieß er „Lo chiamavano Trinità“, und es sollte noch ein Jahr dauern bis er nach Deutschland kam, doch auch dort sollte der Film nachhaltigen Eindruck hinterlassen. So sehr, dass noch heute kaum ein Jahr vergeht, in dem er nicht im deutschen Fernsehen läuft. Für Bud Spencer und Terence Hill war es der Startschuss zu einer großen Klamauk-Karriere die durchaus in einem Atemzug mit Laurel und Hardy genannt werden darf. Zum 50. Jubiläum des Films sprach Terence Hill, der mit bürgerlichem Namen Mario Gitotti heißt, über seine Filme, Schurken und seinen 2016 verstorbenen Freund Bud Spencer.

„Wir waren so etwas wie der Misston im italischen Kino“, erinnert sich Girotti im Interview mit dem italienischen Monatsmagazin Millennium. „Damals wurde auf unsere Filme herabgesehen.“ Tatsächlich seien sie ohne jeden Schnickschnack dahergekommen und waren auch nicht besonders tiefgründig. „Unsere Filme hatten eine wunderbare Naivität“, so Terence Hill. So seien Bösewichte immer – und ohne Grautöne – auch als solche zu erkennen gewesen. Daher sei es auch leicht gewesen, ihnen eine Tracht Prügel zu verpassen. Das sei aber vielleicht auch in der Zeit begründet. Früher, so sagt es Terrence Hill, habe es nicht so viele Bösewichte gegeben und man habe immer gewusst, wer sie waren.

Bud Spencer und Terence Hill. Foto: dpa/Istvan Bajzat

Heute sei das nicht so eindeutig. Einer sei vielleicht der scheidende US-Präsident Donald Trump, sagte Terrence Hill. „Ich würde ihm viele Ohrfeigen geben.“ Und auch andere Bösewichte machte der Schauspieler in dem Interview aus: Die wenigen Multimilliardäre, die einem „Meer von armen Menschen“ gegenüberstünden und nicht teilten.

Diese vergleichsweise linke Position kommt nicht von ungefähr, wie Terence Hill im Interview weiter verrät. Im Vergleich zu seinem Filmpartner und engen Freund Bud Spencer, der in den Nuller-Jahren für Silvio Berlusconis Erzkonservative Partei Forza Italia bei einer Regionalwahl antrat, sei er immer der Linke gewesen, erklärte er. Die Freundschaft der beiden beeinträchtigte das nie. Noch heute hat Terence Hill nur nette Worte für seinen Freund Bud Spencer übrig. „Er war wie mein großer Bruder, er hat mich immer beschützt und mich gefordert“, erinnerte er sich vor einem Jahr in einem Interview.

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Die Filme der beiden haben besonders ein Deutschland eine große Fangemeinde. Doch nicht nur deshalb sucht Terence Hill immer wieder die Nähe zu Deutschland. Der 81-Jährige Schauspieler verbrachte zwei Jahre seiner Kindheit im sächsischen Lommatzsch. Bis heute spricht Hill auch noch immer etwas Deutsch. In Dresden hat der Italiener zudem eine Eisdiele, die auf seinen bürgerlichen Namen Mario Girotti hört, eröffnet.