Sängerin Taylor Swift kommt zur Premiere ihres neuen Films „All Too Well“ beim Tribeca Festival. Invision/AP/Evan Agostini

Wenn eine junge Filmemacherin bei einem Filmfestival ihren ersten Kurzfilm vorführt, wird darum selten ein großes Aufheben gemacht. Anders bei der Erstlingswerk-Regisseurin von „All Too Well“. Denn die heißt Taylor Swift und hatte eine unglückliche Romanze – angeblich mit dem Hollywood-Schauspieler Jake Gyllenhaal – erst musikalisch und dann als 15-Minuten-Leinwandwerk verarbeitet. Und der Superstar der Musikwelt ließ bei der Premiere ihres Dramas das Interesse am Tribeca Film Festival in New York explodieren. Tausende von Fans standen kreischend Spalier, als die 32-Jährige zu ihrem Interview erschien.

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Berliner KURIER: Wissen Sie, warum da draußen so viele kreischen?

Taylor Swift (lacht): Ich finde viel besser, dass sie kreischen. Viel schlimmer für mich wäre, wenn sie skeptisch und totenstill wären!

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Wie fühlt sich Ihr erster Ausflug in die Welt der Filmemacher an?

Ich bin ehrlicherweise etwas nervös. Ich leide unter dem Hochstapler-Syndrom, fühle mich wie ein Blender. Weil ich denke „Du hast hier nichts zu suchen! Andere haben das studiert, du nicht!“

Wie kommt man als Megastar in der Musik plötzlich dazu, einen eigenen Film zu produzieren?

Ich habe das Glück, seit 15 Jahren an Sets meiner eigenen Musikvideos sein zu dürfen. Und da ich ein neugieriger Typ bin, habe ich so viel wie möglich aufgesogen. Dann habe ich vor zehn Jahren begonnen, Musikvideos selbst zu schneiden und mit dem Inhalt herumzuspielen. Da war der Sprung von der Drehbuchautorin zur Regisseurin einfach der nächste Schritt.

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Filmregie ist aber eine ganz andere Nummer.

Das stimmt. Ehrlicherweise habe ich nach einer Regisseurin für meinen Film gesucht, doch alle meine Lieblingsregisseurinnen waren bereits gebucht oder beschäftigt. Da habe ich zu mir gesagt „Probier’s einfach selbst!“ Das habe ich durchgezogen und bin einfach meinen Instinkten gefolgt.

Taylor Swift hat die Ehrendoktorwürde erhalten. AP/dpa/Seth Wenig

Was war für Sie das Schwierigste am Regieführen?

Ich musste mich zwingen, Entscheidungen zu treffen. Denn zu sagen „Ich weiß es nicht“ oder „Ich bin mir nicht sicher“, das waren am Set einfach keine Optionen.

Sie verarbeiten im Film das traumatische Ende einer Beziehung, so wie Sie es in Ihrer Musik häufiger getan haben.

Ich habe sehr viel die Gefühle, die ich als junge Frau hatte, in meiner Musik verarbeitet. Ich weiß noch zu gut, wie du mit 19, 20 zwischen der Welt als Mädchen und der Welt als erwachsene Frau zwischen den Stühlen stehst. Du bist so verletzlich, aber auch superneugierig auf neue Erfahrungen. Und manchmal bist du dann völlig überfordert.

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So wie im Film das Girl in der Beziehung mit einem älteren Mann.

Das Girl im Film ist einfach total idealistisch. Sie hat Spaß daran, ins Meer zu laufen, bis sie nicht mehr stehen kann. Nur dass man dabei auch von der Strömung weggerissen werden kann. Es gibt so viele Momente, in denen dir dein Mädchendasein genommen wird, in denen du dich verlierst. Du wirst dann automatisch erwachsen, obwohl du nicht ready bist. Du hast einfach noch nicht den Stil, den guten Geschmack oder bist kultiviert wie Frauen, die zehn Jahre älter sind.

Sie haben also im Film Ihre eigenen Erfahrungen verarbeitet?

Ich würde sagen, ich kann mich sehr gut damit identifizieren. Wie sich zwei Menschen auf verschiedene kleine Arten gegenseitig zerstören können. Das macht es natürlich auch sehr interessant.

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Sie sind also selbst bestens mit Drama vertraut.

(lacht) Ich kann Drama kommen sehen, verstehe es und kann es auch produzieren. Es allerdings dann für andere als Film rüberzubringen, ist nicht so leicht.

Was kommst als Nächstes? Ein großer Hollywoodfilm?

Ich würde das liebend gerne machen! Ein Drehbuch für einen Spielfilm schreiben und dann die Regie führen.

Sie stehen seit Ihrem 15. Lebensjahr im Rampenlicht und der Ruhm kommt auch mit Kehrseite. Was war bislang für Sie das Härteste, das Sie durchmachen mussten?

Das Schlimmste im Leben ist für mich das Gefühl von Verlust. Und dass ich meine eigenen Songs am Anfang meiner Karriere nicht selbst besitzen konnte und man sie mir genommen hat, war der härteste Moment überhaupt. Aber die härtesten Zeiten im Leben, in denen du durch die tiefsten Täler von Trauer gehen musst, die formen dich zu dem, der du heute bist.

Und wie ist Ihr Leben gerade?

Ich bin gerade sehr happy in meinem Leben! Ich habe nämlich gelernt, mir helfen zu lassen. Von Menschen, die mich unterstützen, weil sie an mich glauben! Und wenn man realisiert, wie viele Menschen tief an deinem Wohl interessiert sind, dann kann man mit diesem Wissen auch die Verluste im Leben verkraften.