Karin Hanczewski (li.) im Tatort als Kriminalbeamtin Karin Gorniak MDR/MadeFor/Daniela Incoronato

Sie gehörte zu den 185 Schauspielerinnen und Schauspielern, die sich im Februar in einer gemeinsamen Kampagne outeten: #actout hieß die Aktion, zu der sich prominente und weniger bekannte Darstellerinnen und Darsteller wie Ulrich Matthes, Mark Waschke und Maren Kroymann öffentlich als lesbisch, schwul, bi oder trans outeten. Die Aktion überraschte, denn gilt der Schauspielerberuf doch als Verwirklichung von Freiheit und Unabhängigkeit: Können die Darsteller doch in eine Traumrolle schlüpfen, ihre Fantasien ausleben, was Zuschauenden verwehrt bleibt.

Doch die Kampagne #actout hatte verdeutlicht, dass auch im Filmbusiness viele Menschen davor zurückschrecken, ihre wahre Identität öffentlich zu machen. Nur wenige Promis wie Tatort-Kommissarin Ulrike Folkerts stehen offen zu ihrer Homosexualität. Viele Darstellerinnen und Darsteller befürchten weiterhin, für bestimmte Rollen nicht mehr besetzt zu werden, wenn sie einmal als lesbisch oder schwul „abgestempelt“ sind. Die Aktion #actout wollte dagegen ankämpfen, indem sich eine Vielzahl von Film- und Fernsehprofis gleichzeitig outeten. Ein mutiger Schritt, der viel Anerkennung erfuhr.

„Die Rollen, die ich seit #actout angeboten bekomme, sind allesamt lesbisch.“

Doch für "Tatort"-Darstellerin Karin Hanczewski bewirkte die Aktion genau das Gegenteil davon, was sie eigentlich bezweckte. Sie outete sich als lesbisch, möchte aber eben nicht darauf beschränkt sein, lesbische Frauen in Film und Fernsehen zu spielen. In der Augsburger Allgemeinen sagt sie nun: „Die Rollen, die ich seit #actout angeboten bekomme, sind allesamt lesbisch.“

Sie habe das Gefühl, da sei wohl etwas missverstanden worden, beklagt die gebürtige Berlinerin. Das gehe an dem vorbei, „was wir gesagt haben. Wir sind Schauspieler:innen, wir müssen nicht sein, was wir spielen.“