Claudia Eisinger, ihr Lebensgefährte Mark Pinhasov und Solobratschist Amihai Grosz beim Heim-Konzert in Buch. Foto: Daimler/Krempl

Sie jammert nicht, sie unternimmt etwas. Claudia Eisinger gehört zu den Berliner Künstlern, die an der Corona-Krise gewachsen sind. Die 35-jährige Schauspielerin („Tatort“, „Mängelexemplar“) trat jetzt vor Pflegebedürftigen in Buch auf – weil es ihr Spaß machte und weil sie so gern hilft.

Der Regen wischte auch die letzte Hoffnung auf einen aussichtsreichen Wochenbeginn beiseite, als drei vermummte Gestalten aus einem dunklen Van stiegen und den rutschigen Rasen vor dem Renafan Ludwigpark betraten. Die Einrichtung versorgt pflegebedürftige Menschen in vollstationärer Pflege, in der Tagespflege, Menschen mit Demenz und intensivpflegebedürftige Menschen.

Die Heimbewohner in Buch hören gebannt zu - aus sicherer Entfernung. Foto: Daimler/Krempl

Jetzt drängte es alle - Patienten, Personal und Heimleitung - an die Fenster, denn was das Trio da auf der Wiese praktizierte, war außergewöhnlich. Jedenfalls hatte es so gar nichts mit dem üblichen Ton in diesem Haus zu tun. Es klang himmlisch und wie von einem anderen Stern.

Das Trio - es bestand aus Claudia Eisinger, ihrem neuen Lebensgefährten Mark Pinhasov (Musikproduzent) und dem weltbekannten Solobratschisten der Berliner Philharmoniker, Amihai Grosz. Wochenlang hatten sie ihre Outdoor-Live-Performance vorbereitet. „Wir haben überlegt, wie wir Dankbarkeit den Menschen gegenüber ausdrücken können, die unter diesen Umständen viel arbeiten müssen, wie beispielsweise Ärzte und Pflegepersonal“, erklärte Eisinger. „Gleichzeitig wollen wir auch einfach etwas Schönes mit Menschen teilen, die besonders unter Social-Distancing leiden, wie Senioren in Pflegeheimen, die keinen Besuch empfangen dürfen. Deshalb haben wir uns ein Konzert überlegt, das trotz Corona stattfinden kann.“ Es wurde ein Riesenerfolg.

Wir wollen einfach etwas Schönes mit Menschen teilen.

Claudia Eisinger

Die Senioren vor Ort waren buchstäblich aus dem Häuschen. Kristin Möller (Ex-Kindergärtnerin) meinte: „Das mit dem Konzert heute Morgen war eine besonders schöne Überraschung. Davon werde ich gleich meinen Enkeln am Telefon erzählen.“ Auch Elsbeth Borau freute sich: „Das war wunderschön. Ich liebe Musik. Und wenn sie mir gefällt, dann singe ich mit und tanze um meinen Rollator“.

Ins Leben gerufen wurde die Aktion von Daimlers „be a mover“-Community.  Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Welt schöner und positiver zu machen. Eisinger und ihre Freunde gehören dazu. Und so dürfte ihr Konzert in Buch wohl nicht das letzte seiner Art gewesen sein.