Sven Väth bringt hat im Februar sein erstes Soloalbum seit fast 20 Jahren herausgebracht. Cocoon Recordings/dpa

Er gilt als Ikone der Techno-Szene, wurde vom Pionier zum DJ-Weltstar. Sven Väth, heute 57, ist seit 40 Jahren in dem Business, in dem auch Abstürze und Drogenexzesse dazugehören. Über seine persönlichen Erfahrungen damit sagt Väth  nun  zum Magagzin Bunte quarterly: „In Indien zum Beispiel, wo ich von 1990 bis 1994 gelebt habe: Dort waren viele Aussteiger und Hippies und Freaks – das war eine wilde Zeit. Parallel war die Love Parade, da ging es richtig rund und es wurden in jedem Keller Partys gefeiert, so halb illegal. Das war natürlich spaßig!“

Väths Rettung: Seine Kinder! „Meine Tochter wurde 1989 geboren und das hat natürlich vieles verändert. Mein Sohn Tiga kam 2010 auf die Welt, das hat mir auch noch mal einen Kick gegeben“, erzählt er in BUNTE quarterly. „Ich habe darüber nachgedacht, wie ich lebe und in welcher Welt die Kinder aufwachsen sollen. Für mich steht Familie an erster Stelle.“

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Zudem hat Väth starke Unterstützung von seiner Freundin Silvia Astore, einer römischen Anwältin. Er über sie in BUNTE quarterly: „Meine Freundin hat einen Weg gefunden, mit mir umzugehen. Sie ist 34 Jahre alt und hat so viel Kraft in sich, wir sind seelenverwandt. Ich bin ein Beziehungsmensch. Ich brauche eine Frau an meiner Seite.“

DJ Sven Väth legt während der Eröffnung des Museum of Modern Electronic Music auf der Hauptwache auf. ebastian Gollnow/dpa

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Sven Väth legt seit mehr als 40 Jahren auf

Klar ist, dass ohne Sven Väth, der bereits seit mehr als 40 Jahren auflegt, die elektronische Musik in Deutschland etwas anders ausgesehen hätte. In den 1980er Jahren landete seine Formation OFF mit „Electrica Salsa“ einen Hit. Später prägte er mit seinen Frankfurter Clubs „Omen“ und „Cocoon“ sowie den berühmten Partys auf Ibiza die Feierkultur und zählt bis heute zu den bekanntesten DJs der Welt. Kein Wunder, dass das neue Museum of Modern Electronic Music (Momem) in Frankfurt im April mit einer Ausstellung über Väth eröffnet hatte.

Im Februar erschien sein erstes Soloalbum seit bald 20 Jahren - und eine Art musikalische Biografie. Denn auch der hessische DJ Sven Väth, der seit einigen Jahren in London lebt, hat in den letzten beiden Corona-Jahren viel Zeit gehabt.

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„Ich habe mich intensiv mit den alten Platten und den alten Geschichten beschäftigt, und das hat viel mit mir gemacht“, sagt er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Das war auch eine Art Reinigung.“ Die Platte heißt passenderweise „Catharsis“, was soviel wie Selbstreinigung bedeuten kann.