Senta Berger ist eine deutsche Schauspiel-Legende. Foto: Imago/Mary Evans

Es ist ein Interview, das hohe Wellen schlägt! Schauspielerin Senta Berger (79, „Willkommen bei den Hartmanns“) erhebt in einem Interview schwere Vorwürfe gegen mehrere Hollywood-Stars. In einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtet sie davon, dass sie im Laufe ihrer Karriere mehrfach sexuellen Missbrauch am Filmset erlebt habe.

Ihre Anschuldigungen richten sich gegen Schauspiel-Star O. W. Fischer

Eine der Anschuldigungen richtet sich gegen den Schauspieler O. W. Fischer (gestorben 2004). Bei den Dreharbeiten zu „Es muss nicht immer Kaviar sein“ habe er versucht, Berger zu vergewaltigen. „Danach hätte ich eigentlich sagen müssen: Ich kann morgen nicht mit Ihnen drehen und diesen Film nicht mit Ihnen machen. Aber O. W. Fischer hat gewusst, dass ich das nicht sagen würde“, sagt Berger.

Senta Berger in der TV-Serie „Die schnelle Gerdi“. Foto: Imago/United Archives

Der Schauspieler habe sich nach dem Abschluss der sechs Wochen andauernden Dreharbeiten bei ihr entschuldigt – mit einem Faust-Zitat: „Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan.“ Berger hatte das Thema schon in ihrem 2006 erschienenen Buch „Ich habe ja gewusst, dass ich fliegen kann“ auf den Tisch gebracht, dabei auch ähnliche Vorwürfe gegen Charlton Heston und Richard Widmark erhoben.

Auch in Hollywood habe sie sexuellen Missbrauch erlebt, berichtet Senta Berger

In Hollywood sei es ihr genauso ergangen. Hier erhebt sie schwere Vorwürfe gegen Schauspieler Kirk Douglas (gestorben 2020). Er stammt aus einer russisch-jüdischen Emigrantenfamilie, habe versucht, sie gegen ihren Willen zu küssen. Sie habe sich gewehrt, woraufhin Douglas gesagt habe: „Your people killed my people“ – auf Deutsch „Deine Leute haben meine Leute getötet“.

Berger dazu: „Das fand ich eine unglaubliche Zusammenführung. Darüber hätte man vielleicht mal mit der Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich sprechen müssen. Über diese erotische Anziehung, die ein ‚war baby‘ offensichtlich hatte. Über die Faszination der Erniedrigung, die man ihm zufügen könnte.“

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Berger äußert sich auch zur „MeToo“-Bewegung. Dadurch hätten sich die Machtverhältnisse und das Geschlechterverhältnis geändert. „Aber meiner Ansicht nach wird zu viel über die Sprache und Gendersternchen diskutiert und zu wenig über die realen Verhältnisse. Und zu viel über Schauspielerinnen und zu wenig über Putzfrauen oder Busfahrerinnen.“