Star-Moderatorin Susanna Ohlen beschmierte sich im Flutgebiet mit Schlamm. Fotos: Screenshot/YouTube, dpa/Henning Kaiser

Sie gehörte zu den Stars bei RTL, war als Journalistin und Moderatorin von „Guten Morgen Deutschland“ bekannt – doch nun kostet ein wirklich dämliche Aktion Susanna Ohlen vermutlich die Karriere! Im Netz tauchten mehrere Videos von ihr auf, wie sie sich vor einem Auftritt vor der Kamera im Flut-Gebiet mit Schlamm beschmierte – vermutlich sollten die Bilder dramatischer wirken. Der Sender beurlaubte den TV-Star. Nun hat sich Ohlen für die Aktion entschuldigt.

Auf YouTube kursieren mehrere Videos der RTL-Reporterin

Was war passiert? Auf YouTube kursieren mehrere Videos der RTL-Reporterin, die zeigen, wie sich Ohlen in der Trümmerlandschaft selbst mit Schlamm beschmiert. Anschließend ging sie offenbar auf Sendung. Die Bilder sollten so anscheinend dramatischer wirken (KURIER berichtete). „Das Vorgehen unserer Reporterin widerspricht eindeutig journalistischen Grundsätzen und unseren eigenen Standards“, teilte RTL daraufhin mit. „Wir haben sie daher direkt am Montag, nachdem wir davon erfahren haben, beurlaubt.“

Unzählige Menschen verloren im Hochwasser ihr Hab und Gut, bangen um die eigene Existenz. Foto: imago/Bonnfilm

Nun meldet sich Ohlen selbst zu Wort, veröffentlicht auf Instagram eine Entschuldigung. „Ich habe am Montag im Flutgebiet vor der Schalte für ,Guten Morgen Deutschland‘ einen schwerwiegenden Fehler gemacht. Nachdem ich an den vorherigen Tagen bereits privat in der Region geholfen hatte, habe ich mich vor den anderen Hilfskräften an diesem Morgen geschämt, in sauberem Oberteil vor der Kamera zu stehen“, schreibt sie. „Daraufhin habe ich mir, ohne zu überlegen, Schlamm auf meine Kleidung geschmiert. Mir als Journalistin hätte das niemals passieren dürfen. Als Mensch, dem das Leid der Betroffenen zu Herzen geht, ist es mir passiert. Ich bitte um Verzeihung.“

Kann man mit einer solchen Entschuldigung das Geschehene aus der Welt räumen? Und: Ist es überhaupt zu entschuldigen, dass sich eine Journalistin mitten in der größten Flutkatastrophe seit Jahrzehnten Schlamm auf die Kleidung schmiert? Die Fans denken darüber unterschiedlich. „Besser echte saubere Klamotten als gefakte dreckige“, schreibt etwa ein Nutzer in einem Kommentar.

„Die wahren Helfer sind die, die die Fresse halten und nichts davon posten.“ Ein anderer schreibt: „Schlechte Ausrede, schlechtes Statement, schön in die Opferrolle gehen.“ Und in einem Kommentar heißt es: „Wenn es dir wirklich Leid tun würde, hättest du dich schon eher entschuldigt. Du machst es jetzt doch nur weil es die Aufnahmen gibt.“

Das Video zeigt, wie Ohlen sich mit Schlamm beschmiert.

Video: YouTube

Doch es gibt auch Unterstützung – unter anderem von Kollegen. Marlene Lufen, Moderatorin beim Frühstücksfernsehen des Konkurrenzsenders Sat.1, schreibt: „Ich weiß, dass Du Familie in der Region hast, liebe Susanna. Was zählt ist, dass Du tagelang geholfen hast. Für Deinen Fehler hast Du Dich entschuldigt, dann sollte jetzt auch gut sein.“

Und Chris Wackert, der ebenfalls beim Frühstücksfernsehen von Sat.1 vor der Kamera steht, nimmt ihr die Entschuldigung ab. „Liebe Susanna, ja, ein Fehler! In einer für viele Menschen fürchterlichen Situation. Dennoch glaube ich dir deine Entschuldigung zu 100 Prozent“, schreibt er. „Der Fokus sollte weiter auf der Hilfe für die Betroffenen liegen und nicht darauf, deine bisher tolle Karriere zu zerstören.“