Die Bachelors im Sommerhaus: Jennifer Lange und Andrej Mangold. Foto: TVNow

Es ist immer eine Gratwanderung, wenn mehr oder weniger prominente Menschen von einem mittelmäßig üppigen Preisgeld gelockt im Fernsehen aufeinander losgelassen werden. Denn, dass diese Sendungen friedlich ablaufen, daran ist niemandem gelegen. Mit Streit und Drama lassen sich Fernsehabende besser füllen, als wenn ein ehemaliger „Bachelor“ mit dem Ex-Freund einer ehemaligen „Berlin – Tag und Nacht“-Schauspielerin „Mensch ärgere dich nicht“ spielt. Doch die Suche nach Drama kann umschlagen, wie im aktuellen „Sommerhaus der Stars“, wo Evanthia Benetatou und ihr Verlobter Chris Stenz regelrecht gemobbt werden. Doch das geschieht nicht im luftleeren Raum, die vermeintlichen Drahtzieher spüren schon Konsequenzen.

Es sind harte worte die Ex-Bachelor Andrej Mangold und seine Auserwählte Jenny Lange im „Sommerhaus“ für die verschmähte Evanthia finden: „Verfickte Person“, „so ein Teufel“ oder „der Dreck unter meinen Füßen“ sind nur einige der Formulierungen, die die Nachzüglerin im Haus über sich ergehen lassen muss. Zudem ist es dem selbst inszenierten Power-Paar offenbar gelungen, viele weitere Bewohner des Sommerhauses gegen die Nachzüglerin aufzubringen. Und viele Zuschauer sind sich einig: Was hier geschieht ist Mobbing. Und sie fragen sich, wie schon beim Sat.1-Format „Promis unter Palmen“, wieso der Sender nicht eingreift.

Evanthia Benetatou weint im „Sommerhaus der Stars“. Foto: TVNow

RTL teilte gegenüber „Watson“ in einem Statement mit. „Wir verzichten bewusst auf Schönfärberei und zeigen, was tatsächlich geschehen kann, wenn Menschen in Konflikt geraten.“ Die Zuschauer können selbstständig eine vernünftige Einordnung vornehmen und das Verhalten der Kandidaten entsprechend bewerten. Dann werde schnell klar, dass „Protagonisten mitunter kaum als Identifikationsfigur oder gar als Vorbild taugen“, so der Sprecher weiter.

Und das hat nun Folgen – wenn auch nicht in der Sendung. Denn Andrej Mangold und Jennifer Lange drohen die Werbepartner abzuspringen – für Influencer die Lebensgrundlage. So hat „Die Limo“ Jenny laut Mitteilung des Unternehmens aufgefordert, die „einmalige Kooperation“ zu löschen. Und auch das Porschezentrum Landau, für das Andrej geworben hatte, distanzierte sich gegenüber dem Portal „Promiflash“ scharf und nannte die Bilder aus dem „Sommerhaus“ schockierend.

Reaktionen wie diese gab es im letzten halben Jahr immer wieder. Zunächst verlor der neueste „Bachelor“ Sebastian Preuss laut eigener Aussage mehrere Werbepartner, nachdem er sich in der Staffel den Kandidatinnen gegenüber sexistisch und übergriffig verhielt. Zudem kam während der Staffel heraus, dass er vor einigen Jahren in München einen Mann mit einem Schwan verprügelt hatte, weil er mit ostdeutschen Dialekt sprach.

Und auch nach „Promis unter Palmen“ gab es Reaktionen auf Fehlverhalten. RTL und Sat.1 kündigten an, dass Bastian Yotta nie wieder in einer ihrer Produktionen auftauchen wird, nachdem Videos bekannt wurden, in denen der Protz-Proll wenig verblümt dazu aufrief, Frauen anal zu vergewaltigen und er maßgeblich an Mobbing-Attacken an Claudia Oberth beteiligt gewesen war. Auch seinen Mobbing-Komplizen Matthias Mangiapane und Carina Spack sprangen zumindest vorübergehend Werbepartner ab.

Diese Entwicklung zeigt, dass Trash-TV nicht im luftleeren Raum stattfindet, dass es vielleicht sogar eine gesellschaftliche Relevanz hat. Das Trash-TV und die Reaktionen aus der echten Welt zeigen, dass Fehlverhalten Konsequenzen hat. Schwanen-Bachelor Sebastian Preuss brachte das in der Wiedersehens-Folge seiner Staffel gar zum Weinen – aber so ist es nun mal. Wer sich falsch verhält, muss die Konsequenzen tragen. Dass ihm nach dem Einsehen des Fehlers auch vergeben werden kann, ist eine ganz andere Sache.

So müssen nun auch Andrej Mangold und Jenny Lange die Konsequenzen aus ihrem Verhalten tragen. Den Opfern wie Evanthia Benetatou und Claudia Oberth bleibt indes nur zu wünschen, dass sie gut aufgefangen werden. Von Freunden und psychologischem Fachpersonal. Denn auch sie nehmen ihre Erfahrungen mit in die echte Welt.