Bjarne Mädel mit Schauspielkollegin Katrin Wichmann am Set von „Sörensen hat Angst“. Foto: dpa/Sina Schuldt

Der Schauspieler Bjarne Mädel hat sich in der Vergangenheit durch eine Kultserie nach der anderen in die Herzen vieler Fernsehzuschauer gespielt. Ob „Stromberg“, „Mord mit Aussicht“ oder „Der Tatortreiniger“: Der 52-Jährige ist längst zu einem wichtigen Teil der deutschen Fernsehlandschaft geworden. Nun hat er sich erstmals als Regisseur versucht und den Sven-Stricker-Krimi „Sörensen hat Angst“ in Niedersachsen mit sich selbst in der Hauptrolle verfilmt. Gedreht wurde im friesischen Varel. Die NDR-Produktion läuft am Mittwoch um 20.45 Uhr im Ersten.

Der wegen einer Angststörung vor Mord und Totschlag aufs Land flüchtende Kriminalhauptkommissar Sörensen war Mädel dabei bereits bestens bekannt. Denn Stricker hatte den Stoff 2014 als Hörspiel Mädel quasi in den Mund geschrieben und ein Jahr später ein Buch daraus gemacht. Nun ist der Film dazu fertig. Und der Wahl-Berliner ist nach seinem Debüt erleichtert und stolz.

Bjarne Mädel in seiner Paraderolle als „Tatortreiniger“ Schotty. Foto: dpa/Maja Hitij

Stolz deshalb, weil der Film genau so geworden sei, wie er ihn sich vorher vorgestellt habe. „Ich hatte den Film im Bauch. Ich wusste, es soll eben insgesamt sehr düster sein. Es war mehr so die Stimmung, die der Film erzeugen soll, die ich im Bauch hatte. Und da bin ich wahnsinnig stolz, dass ich jetzt sagen kann: Ja, genau das, was ich mir gewünscht habe, haben wir umsetzen können.“ Erleichtert ist er, weil der finanzielle Druck und die Verantwortung als Regisseur auch durchaus beängstigend waren.

In „Sörensen hat Angst“ bringt die gezielte Flucht aufs Land dem Kommissar wenig. Kaum ist er in der Tristesse des nordfriesischen Katenbüll mit seinen eher muffeligen Bewohnern angekommen, wird Bürgermeister Hinrichs ermordet. Durch die Ermittlungen offenbaren sich hinter der Kleinstadtidylle schreckliche Abgründe und grausige Verstrickungen. Darin verwickelt sind sowohl der dauerbetrunkene einstige Kurdirektor Frieder Marek (Matthias Brandt) als auch der Großfleischerei-Boss Jens Schäffler (Peter Kurth).

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Nicht nur Mädel-Fans dürften das Regiedebüt des Hamburgers mögen. Der trockene Humor, die lakonischen Sprüche, die verbalen Duelle, bei denen jedes Wort sitzt: All das gibt es in „Sörensen hat Angst“. Doch der Krimi ist gleichzeitig gewürzt mit einer ordentlichen Prise Ernsthaftigkeit. Er nimmt Angststörungen bewusst und facettenreich in den Blick und setzt sich außerdem mit kinderfeindlichen Machenschaften auseinander. Mädel selbst mag an dem Film, dass er mit Leichtigkeit und Humor beginnt. „Und irgendwann übernimmt dann die Grausamkeit dieses Ortes, die düstere Geschichte, und verdrängt die Komik und bei Sörensen auch die Angst.“

„Sörensen“-Dreh war eine Punktlandung

23 Drehtage im Norden haben Mädel und sein Team gebraucht, der Drehschluss war eine Punktlandung. „Wir hatten ein wahnsinniges Timingglück. Wir haben gedreht bis zum 19. März. Das war ein Freitag – und Montag war Lockdown.“ Dank der Pandemie war der Film dann sogar früher fertig als geplant und konnte so im Herbst noch auf dem Hamburger Filmfest laufen. „Das war ein enormes Glück. Für mich war das ein Riesenerlebnis, die Bilder auf der großen Leinwand zu sehen. Dass ein Fernsehfilm überhaupt zu solchen Sachen eingeladen wird, ist ja auch schon eine Auszeichnung.“

Das letzte Wort ist in Sachen „Sörensen“ wohl noch nicht gesprochen, lässt Mädel dann auch durchblicken. In Verbindung mit dem „Sörensen hat Angst“-Team könne er sich eine Wiederholung durchaus vorstellen, schließlich ist ein zweiter Roman über den Kommissar bereits auf dem Markt.