Seit 2011 begrüßt Helene Fischer zu Weihnachten Fernseh-Deutschland. Foto: dpa/Britta Pedersen

Manchmal konnte man in den vergangenen Jahren denken, dass irdische Gesetze für Helene Fischer nicht gelten. Deutschlands größter Schlagerstar schwebt in der Regel über den Dingen, aller Gram der Welt perlt vermeintlich an ihr ab. Der Macht des Coronavirus allerdings kann auch Helene nicht gänzlich trotzen. Das sieht man an der neuen Ausgabe der  allweihnachtlichen „Helene Fischer Show“ (ZDF, 25. Dezember, 20.15 Uhr). Sie ist nämlich nur ein Best-of vergangener Jahre.

Da eine große Show vor Publikum und verzückten Fischer-Fans in der Messehalle Düsseldorf in diesem Jahr nicht möglich ist, hat sich der Sender zu einer Spezialausgabe entschieden. Die Sängerin wird die Zuschauer zu Beginn dazu begrüßen - dann gibt es in „Die Helene Fischer Show - Meine schönsten Momente“ Highlights früherer Ausgaben. Genügend Material ist da. Seit 2011 wird die Sendung jährlich zum Fest ausgestrahlt. Sie gehört in Deutschland mittlerweile zu Weihnachten wie Kartoffelsalat und Würstchen.

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Helene Fischer kann dem Unterfangen einen Reiz abgewinnen. „An jedem Auftritt hängen viele Erinnerungen und damit verbundene Gefühle, die direkt wieder hochkamen“, berichtet sie. Wenn sie zurückschaue, gehöre sicherlich der Auftritt von Udo Jürgens, der 2014 starb, zu den emotionalsten. Fischer sang damals sein Lied „Merci Chérie“. „Es war ein unerwarteter und deshalb auch so tief berührender Moment zwischen uns beiden, denn er hat seinen Gefühlen freien Lauf gelassen“, erinnert sie sich.

Dazu wird es unter anderem Wiedersehen mit Tom Jones, Andrea Bocelli, Barbara Schöneberger, Peter Maffay, dem Backstreet Boy Nick Carter, „Despacito“-Sänger Luis Fonsi, Matthias Schweighöfer, James Blunt und Maite Kelly geben. Die „Helene Fischer Show“ war immer eine Art Varieté-Aufführung im Hochglanz-Format, zu der auch Comedy-Einlagen gehörten. Daher sind bei „schönsten Momenten“ auch Martina Hill und Ralf Schmitz dabei.

Helene Fischer mit Sänger Luis Fonsi bei ihrer großen Show 2018. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Dass auch ihr die Corona-Zeit Einiges aufbürdet, verhehlt Fischer nicht - was durchaus ungewöhnlich ist in der ansonsten strahlend hell gewienerten Schlagerwelt, aus der sie stammt. „Ich kann im Augenblick große Teile meines Berufs nicht mehr ausüben. Außerdem war ich von den Kontaktbeschränkungen in Bezug auf Freunde und Familie genauso betroffen wie jeder andere auch in Deutschland“, sagt sie. „Natürlich ist das belastend“. 

Man kann es allerdings auch so betrachten: Wann, wenn nicht im tiefen Lockdown-Winter, sollte man sich mal eine kleine Reise in bessere Epochen gönnen? Helene Fischer (36) bietet genau das an. In eine Zeit ohne Corona. Und mit Udo Jürgens. Mehr ist nicht drin.