Die französische Schauspielerin Marie Versini bei der Aufzeichnung der ZDF-Fernsehshow „Wir lieben Fernsehen“ im Jahr 2017. dpa/Henning Kaiser

Die Schauspielerin Marie Versini, die in den 1960er-Jahren durch Karl-May-Abenteuer zum Star wurde, ist tot. Die Französin, die als Winnetous Schwester Nscho-tschi das deutsche Publikum eroberte, starb am Montag im Alter von 81 Jahren, wie der Karl-May-Verlag in Bamberg unter Berufung auf die Familie am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Mit ihrer Rolle war Versini zeitlebens untrennbar verbunden gewesen: „Ich war Nscho-tschi. Und ich bin es immer noch, nur etwas älter“, hatte sie 70-jährig in einem Interview gesagt.

Marie Versini und Pierre Brice spielten gemeinsam in „Winnetou 1. Teil“ Schwester und Bruder. www.imago-images.de

Marie Versinis besondere Szene mit Lex Barker in „Winnetou 1. Teil“ ging in die Filmgeschichte ein

Versini wurde nach eigenen Angaben am 10. August 1940 in Paris geboren. Erstmals vor der Kamera stand sie 1956 in „Mitsou und die Männer“, rund sieben Jahre später folgte ihr großer Erfolg in „Winnetou 1. Teil“, der im Dezember 1963 in München Premiere feierte. Die damals 23 Jahre alte Schauspielerin starb als Nscho-tschi in den Armen von Old Shatterhand. Die Szene mit Lex Barker, bei der sie „Ich liebe dich“ haucht, ging in die Filmgeschichte ein.

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Marie Versini und Lex Barker in einer Szene aus „Winnetou 1. Teil“, 1963.

Die Schauspielerin trat in weiteren Karl-May-Filmen auf, darunter in „Der Schut“, „Im Reiche des silbernen Löwen“ und erneut als Nscho-tschi in „Winnetou und sein Freund Old Firehand“. In Frankreich wurde sie vor allem durch den Historienfilm „Brennt Paris?“ bekannt. Ihre schönste Rolle blieb für Versini jedoch die als Winnetous Schwester, wie sie zeitlebens sagte. Im Jahr 2003 veröffentlichte sie ihre Autobiografie mit dem Titel: „Ich war Winnetous Schwester: Bilder und Geschichten einer Karriere“.

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Versini war nicht nur Schauspielerin, sondern schrieb auch Romane, Kinderbücher und Drehbücher

Später begann Versini, Romane, Kinderbücher und Drehbücher zu schreiben. Im Jahr 1974 heiratete sie den 2013 verstorbenen Schriftsteller und Regisseur Pierre Viallet, in dessen Filme sie teilweise auch mitwirkte wie in „Hommage an Robert Schumann“. Sie lebte auf der Atlantikinsel Île de Ré und in Paris. Nach Angaben auf der Webseite Marie-Versini.de starb die Schauspielerin in Guingamp in der Bretagne. „Sie dankt allen ihren Fans für ihre Freundschaft und Loyalität“, hieß es dort.