Der US-amerikanische Schauspieler Johnny Depp trifft am letzten Verhandlungstag seiner Verleumdungsklage gegen den Verlag News Group Newspapers vor dem High Court ein. Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa

Im Rechtsstreit des US-Schauspielers Johnny Depp mit dem Verlag der Boulevardzeitung „The Sun“ ist am späten Montagvormittag ein Urteil gefallen - zu Gunsten der Zeitung! Das teilte das Gericht in einer Online-Veröffentlichung mit. Depp hatte gegen das Blatt geklagt, nachdem es in einem Artikel behauptet hatte, Depp habe seine Ex-Frau Amber Heard körperlich misshandelt. Dies darf nun so stehen bleiben.

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Der Promi-Prozess am High Court im Juli hatte weltweite Aufmerksamkeit erregt und sich zum Rosenkrieg zwischen den beiden Schauspielern entwickelt. Drogen, Alkoholmissbrauch, eine abgetrennte Fingerkuppe, Fäkalien im Bett und Gewaltvorwürfe: Wochenlang zeichneten Depp („Fluch der Karibik“) und seine 23 Jahre jüngere Ex-Ehefrau das Bild einer zutiefst zerstörerischen Beziehung.

Die Schauspielerin („Zombieland“) sagte vor Gericht aus, sie habe Todesangst vor Depp gehabt. Er habe sie oft angeschrien, getreten und sogar gewürgt. Der Beschuldigte behauptete wiederum, seine Ex-Frau sei selbst gewalttätig gewesen. Völlig unstrittig war im Prozess: Depp litt immer wieder unter seiner Drogen- und Alkoholsucht. Auch er selbst räumte das ein.

Anwalt nennt Ex-Frau Amber Heard eine „zwanghafte Lügnerin“

Sein Anwalt nannte Heard zum Abschluss sogar eine „zwanghafte Lügnerin“. Nie in seinem Leben habe ihr Ex-Ehemann eine Frau geschlagen. In ihrer Stellungnahme sagte Heard hingegen: „Es war unglaublich schmerzhaft, die Trennung meiner Beziehung noch einmal zu erleben ... und die traumatischsten und intimsten Details meines Lebens mit Johnny vor Gericht zu teilen.“

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Johnny Depp zählt zu den bestbezahlten Schauspielern Hollywoods. Er und Heard hatten sich bei den Dreharbeiten zum Film „The Rum Diary“ kennengelernt. Das Paar trennte sich 2016 nach 15 Monaten Ehe.

Es ist nicht die einzige gerichtliches Auseinandersetzung zwischen den Ex-Partnern: Auch in den USA hat Depp wegen der Gewaltvorwürfe eine Verleumdungsklage eingereicht. Er klagt dort aber direkt gegen Heard. Sie hatte in der „Washington Post“ über ihre Gewalterfahrungen berichtet - ohne Depp jedoch beim Namen zu nennen.