Laut der 63-Jährigen wurde Sharon Stone von ihrem Vater Joseph körperlich schwer misshandelt. Foto: Imago Images/Dave Bedrosian

Sharon Stones Schock-Enthüllungen aus ihren neuen Memoiren reißen nicht ab. Die neusten und bislang schlimmsten aus „The Beauty of Living Twice“ stammen aus ihrer frühen Kindheit. Laut der „Basic Instinct“-Schönheit wurden sie und ihre Schwester Kelly von ihrem Großvater  jahrelang sexuell missbraucht – mit dem Wissen ihrer Oma.

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Stone schreibt laut der Webseite „TooFab“, der ein Vorabdruck des Buchs vorliegt, dass ihre Großmutter ihre jungen Enkelinnen mit Ehemann Clarence Lawson immer wieder im Zimmer einschloss. Worauf dieser sich sexuell an den kleinen Mädchen verging. Der Albtraum hatte erst ein Ende, als Lawson an einem Herzinfarkt starb. Bei der Beerdigung ging die damals 14-jährige Sharon zum offenen Sarg: „Ich habe ihm mit dem Finger in die Seite gestochen. Es kam eine kalte, bizarre Befriedigung über mich, dass er endlich tot ist. Ich habe Kelly angeschaut und sie hat es kapiert. Sie war 11, aber sie hat das verstanden‚ dass es vorbei ist.“

Laut der 63-Jährigen wurde sie dazu von ihrem Vater Joseph körperlich schwer misshandelt: „Er hat mich auf den Boden geschmissen, mich von der Küche in den Keller gezogen und mit einem Gürtel auf Teufel komm raus auf mich eingeprügelt.“ So lange, bis Sharon mit 14 entschied, dass sie genug von der Gewalt hatte: „Ich habe realisiert, dass ich für etwas bestraft wurde, was ich nicht getan hatte. Da habe ich alle Ängste, eigentlich alle Gefühle verloren. Ich sah meinen Vater nur noch als Schwächling an.“ Als er bei nächsten Mal nach ihr brüllte und sie verprügeln wollte, trat sie ihm  furchtlos und cool entgegen: „Ich sagte ‚Was ist los, musst du wieder jemanden schlagen, damit du dich mehr wie ein Mann fühlst?‘ Da hat er angefangen zu weinen.“ Was die Tochter nicht davon abhielt, ihn nur kalt anzustarren und ohne mit der Wimper zu zucken zu verkünden: „Ich liebe dich nicht. Ich habe dich nie geliebt und ich werde dich nie lieben.“ Laut Stone brach es ihrem Vater das Herz: „Er hat uns nie wieder geschlagen. Ich war endlich frei. Von beiden.“

„Ich weiß nicht, wie viel sie wusste“

Stone schreibt, dass sie inzwischen wieder „Liebe“ und „Respekt“ für ihren Vater empfindet. Auch ihre Gefühle für ihre Mutter Dorothy haben sich verändert: „Ich sehe Dinge heute aus der Perspektive einer Erwachsenen. Ich weiß nicht, wie viel sie wusste oder ausgeblendet hat, um zu überleben. Ich muss ihr nicht vergeben oder sie retten. Ich bin dankbar, dass wir es beide bis hierhin geschafft haben. Sie respektiert mich dafür und ich sie.“

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Laut ihrem Buch baut sie gerade zum ersten Mal eine Beziehung zu ihrer Mutter, die Mitte 80 ist, auf: „Ich habe sie nie wirklich verstanden, aber so wie es ist, ist es ok für mich. Ich habe ein reines Herz und eine Seele, die nicht verbittert oder traurig ist. Ich bin nicht wütend und muss auch niemanden bestrafen.“