Haben einen alten Umhang mit zu „Bares für Rares“ gebracht: Sarah Mühlen und Mike Oppermann. ZDF

„Hast du Heimarbeit mitgebracht? Bist du heimlich am Sticken?“, staunt Moderator Horst Lichter nicht schlecht, als er das riesige Stück Stoff auf dem „Bares für Rares“-Expertentisch liegen sieht. Sarah Mühlen und Mike Oppermann haben es in die Sendung mitgebracht. „Wir sind gekommen, um einen sakralen Umhang loszuwerden, den wir leider nicht mehr so nutzen können, wie wir es gern hätten“, erklärt der Kandidat. Ehrfürchtig wirft Horst Lichter einen zweiten Blick auf das Objekt. Ein besonderes Kleidungsstück hat es zu „Bares für Rares“ geschafft. Doch was die Expertin dann über den Umhang verrät und was die Händler für einen Wahnsinnspreis zahlen, überrascht dann doch alle.

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Er habe den Umhang von seiner geliebten Tante geschenkt bekommen, verrät Mike Oppermann. „Der Grund war mein Hobby, das Live-Rollenspiel. Aber der passt nicht zu meinem Charakterkonzept – Mittelalter gepaart mit Fantasie“, sagt er. Nun soll das gut gemeinte Geschenk einen neuen Besitzer finden.

„Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter ist beeindruckt

Davor wird das gute Stück aber bewertet. Fachfrau Dr. Friederike Werner weiß mehr darüber: „Es handelt sich um ein kirchliches Gewand, das vom Klerus getragen worden ist. Es ist aus Seiden-Brokat gefertigt, auch Wolle und Leinen ist mit verwebt, auch Gold und Silberfäden. Dazu ist der Umhang bestickt. Priester haben sich das Gewand um die Schulter gelegt und vorn mit einer Brosche verschlossen.“

„Bares für Rares“-Expertin Dr. Friederike Werner bewertet den Umhang. ZDF

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Auf der Rückseite ist ein christliches Motiv verstickt. Ein Pelikan mit seinen Jungen. Damals glaubte man, der Pelikan füttere seinen Nachwuchs aufopferungsvoll mit seinem eigen Blut. Ein Missverständnis, dass das Tier zu einem Symbol für Selbstlosigkeit werden ließ.

Auf der Vorderseite prangt die einfache Schließe aus Blech. Es ist ein Schild eingenäht, wann und von wem der Mantel restauriert wurde. Damit lässt sich der Mantel ungefähr auf das Jahr 1900 datieren.

Steht zum Verkauf bei „Bares für Rares“: Ein Umhang mit Pelikan draufgestickt. ZDF

„Sensationell“ findet das „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter und fragt die Kandidaten nach ihrer Preisvorstellung. 200 Euro sein nicht schlecht. Sieht das Dr. Friederike Werner auch so? „Ich bin in etwa bei 150 bis 200 Euro“, gibt sie den beiden Recht. Ab geht’s in den Händlerraum.

„Bares für Rares“-Händler machen Kandidaten glücklich

„Wann wurde der gemacht?“, lautet die erste kollektive Frage. „Solche Umhänge wurden oft in langer Tradition erarbeitet. Da ist es schwer, das genau einzuordnen, wann er gemacht wurde“, gibt Thorsden Schlößner zu bedenken. „Sind das echte Goldfäden?“, steht Frage Nummer zwei im Raum. Ja, sind es.

„Bares für Rares“-Händler Thorsden Schlößner zahlt 400 Euro für das Priester-Gewand.  ZDF

Julian Schmitz-Avila eröffnet den Bieter-Wahnsinn. „Ich kenne einen Priester. Ich weiß zwar nicht, ob ihm der Umhang gefällt, aber ich starte mal mit 150 Euro“, sagt er und möchte wissen, wer sonst noch dabei ist. Thorsden Schlößner und Christian Vechtel sind dabei. Schnell ist der Preis verdoppelt. Bei 320 Euro steigt Julian Schmitz-Avila aus, Thorsden Schlößner bietet 350 Euro. Christian Vechtel meint, die perfekten Kunden dafür zu haben und legt sogar noch eine Schippe drauf: 370 Euro.

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Doch „Bares für Rares“-Händler Thorsden Schlößner ist so begeistert, dass der den Umhang nicht zum Konkurrenten ziehen lassen will. Er erhöht das Gebot auf 400 Euro. Die Kandidaten sind happy. Der Händler auch: „Das ist traumhafte Handarbeit, dass kann man heute gar nicht mehr kaufen und man könnte es auch nicht mehr bezahlen.“

Mit einem stolzen Sümmchen geht das Ehepaar nach Hause. Damit hatte wirklich niemand gerechnet.

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Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags, um 15.05 Uhr, im ZDF.