Hier präsentiert VAnbieter Gerhard Neu den Händlern bei „Bares für Rares“ seine Schallplatte. Foto: Youtube/ZDF

Oftmals kommen Kandidaten mit Fundstücken aus ihren Kellern oder von ihren Dachböden zu „Bares für Rares“ – dann muss in der Expertise erst einmal geklärt werden, ob das jeweilige Objekt überhaupt etwas wert ist. Manchmal steht aber schon vorher fest, dass das Ding, das verkauft werden soll, einfach unbezahlbar ist. Ein Kandidat erlebte das 2017: Er wollte eine Schallplatte verkaufen, bei der die Profi-Händler nur passten.

Von der Schallplatte gibt es nur ein einziges Exemplar auf der Welt

Gerhard Neu kam mit einer Platte ins Studio, die selbst alles andere als neu war: 45 Jahre lang hatte er sie in seinem Besitz. Moderator Horst Lichter stellt fest: „Ich denke mal, das ist wat wenig, eine Schallplatte.“ Doch diese eine Platte hat es in sich. Ihre Geschichte ist unglaublich: Als junger Mann arbeitete Neu bei der Schallplatten-Firma Electrola. Er kümmerte sich auch um die Single-Auskopplung aus dem Album „Abbey Road“ der Beatles. „Darauf sind zwei Titel, ,Something‘ und ,Come together‘“, erklärt er in der Expertisen-Runde. „Sie wurde aber falsch gepresst, deshalb ist statt ,Come together‘ der Titel ,Here comes the sun‘ drauf.“

Unscheinbar, aber wertvoll: Diese Schallplatte konnte bei „Bares für Rares“ nicht verkauft werden. Foto: Youtube/ZDF

Das Besondere: Nur zwei Probeexemplare wurden von der Platte produziert, eins danach wieder eingestampft, als der Fehler auffiel. „Ich konnte die eine der Platten aber retten“, sagt Neu. Horst Lichter erstaunt: „Das heißt, wir haben hier die Blaue Mauritius. Mir wird ganz heiß, ich bekomme einen roten Kopf!“ Von der Schallplatte von einer der erfolgreichsten Bands der Welt gibt es nur ein einziges Exemplar auf der Welt – das müsste eigentlich der Garant für ein stolzes Sümmchen sein.

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Doch schon die Expertise tritt auf die Bremse. Der Zustand sei mittelmäßig, auf der Platte sind viele Kratzer, sagt Experte John Goldsworthy. Die Preisschätzung fällt ihm nicht leicht. „Es ist sehr schwer einzuschätzen, denn es gibt unglaublich wenig Vergleichsstücke auf dem Markt. Die Single wurde nur zweimal hergestellt, einmal geschreddert, eine hat er sich rausgezogen – es gibt keinen Vergleichspreis.“ Die Platte könne deshalb alles bringen, zwischen 500 und 30.000 Euro.

Stolze 30.000 Euro will der Anbieter von den „Bares für Rares“-Händlern

Vom höchsten Preis geht der Besitzer aus. 30.000 Euro will er haben, 25.000 seien auch ok. Im Netz und in Zeitungsberichten habe er entdeckt, dass besondere Beatles-Platten für 23.000 bis 80.000 versteigert wurden. „Deshalb dachte ich mir, dass es durchaus 30.000 Euro geben könnte.“

Das Video zeigt den Fall.

Video: Youtube

Ab in den Händlerraum. Doch hier folgt die Ernüchterung. Die Profi-Käufer schicken den Anbieter wieder heim! „Als erstes würde ich Ihnen raten, eine sanfte Klarsichthülle zu organisieren, wo das Ding reinkommt“, rät Wolfgang Pauritsch. Das erste Gebot liegt bei 300 Euro.

Aber schnell stellen sie fest: „Es macht keinen Sinn, hier mit kleinen Beträgen herumzuwerfen.“ Er solle in ein Auktionshaus gehen, die Platte gemeinsam mit der eigenen Geschichte bewerten lassen. Eines der teuersten Objekte bei „Bares für Rares“ blieb am Ende also beim Besitzer.