Der teuerste Verkauf jemals bei „Bares für Rares“: Ein antikes Kreuz. ZDF

Fast auf den Tag genau zwei Jahre ist es her, da blieben in der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ allen die Münder offen stehen. Jurastudentin Stephanie Huber und ihre Mutter Cosima Birk kamen mit einem Familienerbstück zu Moderator Horst Lichter und Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel. Soweit nichts Ungewöhnliches. Doch was dann geschah, ging in die Geschichte sein. Die beiden verkauften ihr sehr, sehr altes Kreuz für eine unfassbare Summe.

Soviel vor weg: Auch wenn die Taschen der Händler für die Antiquitäten-Show eigentlich immer gut gefüllt sind – so viel Geld, wie das Schmuck-Kreuz wert war, hatte niemand bei sich.

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Aber der Reihe nach. Damals, noch mit Publikum und bei schönstem Wetter, legt das Mutter-Tochter-Duo nicht ohne Stolz das funkelnde Diamanten-Kreuz auf den Experten-Tisch. „Ach du liebe Güte“, verschlägt es „Bares für Rares“-Moderator da schon beinah die Sprache. Dabei kennt er die Geschichte des Heiligtums da noch nicht einmal.

Das haut „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter um: Dieses Kreuz ist wirklich eine absolute Rarität. ZDF

„Ich habe das Kreuz von meiner Tante geerbt, die wiederum hat es von einer älteren Dame geerbt, die sie damals immer zur Kirche begleitet hat“, erzählt Mutter Cosima Birk. Horst Lichter fasst das ungläubig zusammen: „Eine alte Dame, die zur Kirche begleitet wurde, hat aus Dankbarkeit zum Schluss diesen Apparat vererbt.“ So ist es.

„Bares für Rares“-Kandidaten wussten nicht, was sie da haben

„Aber eine normale Brosche oder ein Anhänger ist das noch nicht, oder? Da gehst du ja gebückt, wenn du das trägst“, fragt der „Bares für Rares“-Boss bei Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel nach. „Doch, das ist ein Anhänger“, sagt sie. „Er ist vollbesetzt mit Diamanten, ca. 40 Karat.“

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Die Fachfrau ist sichtlich aufgeregt, als sie das Schmuckstück erklärt. Die Fassung, das Gold. Man könne es auf um 1700 datieren. Eigentlich sei das Diamanten-Kreuz ja auch nur ein Rahmen für ein schlichtes Kreuz aus Bergkristall, einer Art Fenster. Und dahinter versteckt sich das eigentliche Geheimnis des wertvollen Stückes: Holzsplitter.

Die „Bares für Rares“-Expertin zeigt das päpstliche Siegel. ZDF

„Also kaputt“, fragt Horst Lichter nach. Die Fachfrau schüttelt den Kopf. „Schauen wir uns mal die Rückseite an. Unter einem goldenen Deckel verbirgt sich ein Siegel. Das, sowie sein Band seien völlig unversehrt. Das Sigel ist eindeutig Papst Clemens IX. zuzuordnen, der zwischen 1600 und 1669 lebte. Das wiederum garantiert, dass es sich bei dieser Reliquie um wahre Stücke aus dem Kreuz von Jesus Christus handelt.

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Horst Lichter ringt um Fassung: „Heide, das ist ja eine Weltsensation.“ Er gibt zu, absolut geplättet und ehrfürchtig zu sein. Und das sind die Noch-Besitzer des Kreuzes auch. Die wussten nämlich gar nicht, was sie da eigentlich zu Hause rumzuliegen hatten. Auf einen Goldtest verzichtet die Expertin in diesem Fall. „Da müsste man eher den Wert des Holzes bestimmen“, sagt sie. Ihre Hammer-Expertise: 60.000 bis 80.000 Euro!

Mutter und Tochter sind geschockt. Sie hatten keine Ahnung, was das Kreuz, das sie bei „Bares für Rares“ verkaufen wollten, wirklich wert ist. ZDF

„Ihr solltet Omas in die Kirche bringen“, ruft Horst Lichter dem Publikum zu. Und zu den Kandidaten: „Fallt mir nicht um Mädels, schön stehen bleiben. Atmen, atmen, schön weiter atmen!“

„Bares für Rares“-Händlerin muss Summe überweisen

Als Händler Wolfgang Pauritsch die Schatulle öffnet, ist den potenziellen Käufern im Raum schnell klar, dass das hier etwas ganz Besonderes ist. „Ich bin absolut sprachlos“, sagt Susanne Steiger. „Allein die 40 Karat Diamanten, schon ohne die Geschichte ist das eine enorme Summe“, stellt Wolfgang Pauritsch entsetzt fest. 80-Euro-„Waldi“ verspricht den Kandidaten seine Standardsumme allein dafür, dass er dieses Kreuz mal so nah sehen durfte. Das erste Gebot startet bei 10.000 Euro.

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Susanne Steiger und Wolfgang Pauritsch wollen das Kreuz unbedingt haben, überbieten sich gegenseitig immer wieder. Für die 30.000 Euro, die sie bietet, wollen Mutter und Tochter das Stück aber nicht hergeben. Die Händlerin erhöht auf 40.000 Euro, Cosima Birk bietet einen Deal bei 50.000 Euro an. Am Ende einigen sich beide auf unfassbare 42.000 Euro. 7000 Euro zahlt Susanne Steiger bar, den Rest überweist sie per Blitzüberweisung.

Auch die „Bares für Rares“-Händler sind absolut baff. ZDF

Und was hat sie jetzt mit diesem historischen Kreuz vor, mit diesem teuersten „Bares für Rares“-Objekt aller Zeiten? An einen Sammler oder eine Sammlerin weiterverkaufen möchte Steiger allerdings erstmal nicht. Sie plant, die Reliquie als Leihgabe einem Museum zu überreichen, um es in angemessenem Kontext der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF.