Jan Böhmermann schuf für das ZDF Magazin Royale den ersten gebührenfinanzierten Pornofilm. ZDF/Ben Knabe

Das gab es beim „ZDF Magazin Royale“ noch nie: Fans der Show von Jan Böhmermann, die sich am Sonnabend die aktuelle Ausgabe vom Freitagabend in der Mediathek anschauen wollten, mussten vorher eine Hürde überwinden, mithilfe des Personalausweis ihr Alter verifizieren. Und das hat einen Grund: In dem Satiremagazin ging es am Freitagabend zur Sache. Dem Thema Pornografie verpasste Böhmermann aber eine besondere Wendung, drehte den ersten gebührenfinanzierten Sexfilm!

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Jan Böhmermann dreht einen Porno: „FFMM Royale (...) gebührenfinanziert“

Der Moderator selbst spielte natürlich nicht mit – das wäre auch kaum gegangen, denn Böhmermann sitzt noch immer in Quarantäne, nachdem er sich in der vergangenen Woche mit Corona infiziert hatte. Die Show moderierte er aus dem Homeoffice, war auf einem großen Screen zu sehen, positioniert hinter seinem Schreibtisch im Studio.

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Doch weder über Corona, noch über den Krieg in der Ukraine sprach er lange, stattdessen über Pornografie im Netz. Gerade erst wurde verkündet, dass die Porno-Seite xHamster gesperrt werden soll – und so ging es auch bei Böhmermann um den lapidaren Umgang mit dem Jugendschutz, um Videos von Vergewaltigungen und Spanner-Aufnahmen aus Umkleidekabinen. Der besondere Twist: Für das Magazin produzierte ein Team um die Berliner Porno-Regisseurin Paulita Pappel einen eigenen Sexfilm.

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In der ZDF-Mediathek oder gar im ZDF-Programm darf dieser aber nicht zu sehen sein – denn hierfür gebe es, im Gegensatz zu vielen Porno-Portalen im Netz, Gesetze. Stattdessen läuft der 20 Minuten lange Streifen nun auf der Seite „lustery“, die ihr Geschäft mit ästhetischen Sexfilmen macht. „Herzlich Willkommen auf der dunklen Seite des Internets“, sagt Böhmermann hier in einem Statement vor dem Film. „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland ist ja dazu da, so eine Art Gegengewicht zu all den Medien zu sein, die ihre Entscheidungen rein aus kommerziellen Interessen treffen. Also ein Gegengewicht zum freien Markt.“

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Der öffentlich-rechtliche Rundfunk habe auch zu inhaltlicher Vielfalt beizutragen, das habe sogar das Bundesverfassungsgericht bestätigt. „Das Problem: Im Bereich Pornografie lässt der freie Markt sehr große Lücken. Wir haben das Jahr 2022, Pornos gehören zu unserem Alltag, zur Gegenwart, zur Gesellschaft. Warum also machen wir keinen öffentlich-rechtlichen Porno?“

Porno von Jan Böhmermann: DAS ist in dem Sexfilm zu sehen

Der Film trägt den Titel „FFMM straight / queer doggy BJ ORAL orgasm squirting ROYALE (gebührenfinanziert)“. Zu sehen sind zwei Männer und zwei Frauen, die miteinander auf unterschiedlichste Arten Sex haben. Und: Wie vieles aus dem „Team Böhmermann“ ist auch dieser Kurzfilm ein Gesamtkunstwerk: So ist das Bett, auf dem es die Darsteller treiben, sechseckig – wie auch das Logo des „ZDF Magazin Royale“.

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Im Anschluss erklärt die Regisseurin, was den Film so besonders macht. „Ich würde sagen, der Hauptunterschied ist: Wenn man heutzutage Pornos produziert, ist das darauf angelegt, dass sie so oft wie möglich gesehen werden, damit so viele Klicks, Likes und Verkäufe generiert werden wie möglich, denn so finanziert sich das“, verrät Pappel. Werde ein solcher Film aber durch andere Gelder finanziert, könne man viel freier entscheiden, was gedreht wird. „Wir können uns überlegen: Was wollen wir zeigen? Und das konnte wir bei diesem Porno machen.“

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