Vanessa Mai hat ihr siebtes Album veröffentlicht. Foto:  Anelia Janeva

Vanessa Mai entsagt dem Schlager - und möchte künftig unterschiedliche Stile in ihrer Musik vereinen. Auf ihrem neuen Album „Mai Tai“ nimmt die 28-Jährige ihre Hörer mit auf diese Reise. Es ist bereits ihr siebtes Werk. Im KURIER-Interview spricht Mai über ihre kroatischen Wurzeln, die Zusammenarbeit mit Rappern und was sie für ihren Mann regelt.

KURIER: Frau Mai, welche Zutaten gehören klassisch in einen Mai Tai?

Vanessa Mai: Es müssten Rum, Limettensaft, Orangenlikör und Mandelsirup sein. Ehrlicherweise hatte ich vor diesem Album noch nie einen Mai Tai getrunken. Die Idee zum Titel kam daher, dass viele verschiedene Musikstile auf dem Album zu hören sein werden. Es ist sozusagen ein bunter Cocktail und hat mit meinem Künstlernamen wunderbar zusammengepasst.

Die Zutatenliste klingt nach Urlaubsfeeling. Ist die Botschaft „sich etwas zu gönnen im Leben“ eine, die Sie mit Ihrem Album vermitteln wollen?

Ja, es sind einige Songs darauf zu finden, die sommerlich sind. Ich finde, es schadet nie, sich etwas Gutes zu tun und Vitamin D zu tanken. Auf dem Album sind aber auch langsamere Stücke.

Wenn wir bei Genüssen bleiben: Wonach sind Sie süchtig?

Nach Schokolade, Harmonie und natürlich meinem Mann. Wir sind 24 Stunden am Tag zusammen und das klappt seit vielen Jahren sehr gut.

„Pasta und Pizza gehen bei mir immer“

Nehmen wir an, Sie müssten in einer Runde mit Familie oder Freunden etwas zum Essen servieren: Was kochen Sie?

Pasta und Pizza gehen bei mir immer. Und Nachtisch würde es auch geben. Von Kaiserschmarrn bis zu Pudding und Eis liebe ich alles.

Mit welcher Ausrede moderieren Sie es an solchen Abenden ab, wenn Sie in privater Runde zum Singen aufgefordert werden, aber nicht singen möchten?

Das passiert tatsächlich öfter. Auch wenn ich es nicht unbedingt mag, ziehe ich es trotzdem meistens durch.

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Zurück zur Musik. An welchem Punkt stehen Sie gerade in Ihrer Karriere?

„Mai Tai“ ist der Abschluss einer Reise, die 2018 mit dem Album „Schlager“ begonnen hat. Mit der damaligen Platte wollte ich unbedingt zeigen, dass Schlager nicht gleich Schlager ist – und auch andere musikalische Einflüsse darin vorkommen dürfen. Mit „Mai Tai“ schließe ich diese Erklärung ab und mache einfach die Musik, auf die ich Lust habe. 

Gab es Vorurteile von Freunden oder Bekannten als sie damals mit Schlager angefangen haben?

Nein, gar nicht. Ich habe erst im Laufe der Zeit gemerkt, dass es dahingehend einige Diskrepanzen gibt. Ich wollte einfach Musik machen und habe mir die Frage gestellt, wie fange ich damit an. Dann kam der Einstieg bei der Coverband und so ging es dann los. Ich hatte nie musikalische Grenzen.

Sie haben in der Vergangenheit auch das ein oder andere Mal mit einem Rapper zusammengearbeitet. Was nehmen Sie aus diesem Genre mit?

Hip-Hop ist das offenste Genre, das es gibt. Dort herrscht sehr viel Akzeptanz, sehr viel Respekt und sehr viel Offenheit. Rapper sind meist sehr bodenständig. Ich arbeite gerne mit ihnen und kann da viel für mich rausziehen.

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Einer ihrer neuen Songs, „Fort von hier“, erinnert an ein Musical. Haben Sie Ambitionen in diesem Bereich?

Nicht zwangsläufig. Ich bin ein riesiger Zeichentrickfan und wollte schon immer einen Song machen, der total kitschig klingt und sich wie ein Soundtrack zu einem Zeichentrickfilm anhört.

In der Pandemie haben viele Menschen ihren Arbeitsplatz zu Hause hochwertiger ausgestattet. Worauf legen Sie zu Hause Wert?

Eigentlich ist unser ganzes Haus ein bisschen Arbeitszimmer. Ich arbeite nicht an einem Schreibtisch, sondern sitze meist mit Jogginghose in der Küche oder auf der Couch vorm Laptop. Die eigenen vier Wände sollten ein Rückzugsort sein. Mein Mann und ich haben es und zu Hause schon immer schön gemacht.

„Kroatien ist ein Zufluchtsort für mich“

Wenn wir über Ihr zu Hause sprechen, sprechen wir automatisch über die Stadt Backnang, wo Sie herkommen. Welches Bild illustriert Backnang am besten?

Das Bild einer schwäbischen Kleinstadt mit Fachwerkhäusern. Ich liebe Backnang und will hier nicht weg.

Sie haben auch kroatische Wurzeln. Welches Bild illustriert Kroatien am besten?

Meeresrauschen, Wärme, Gerüche von dort wachsendem Rosmarin, die ich in der Nase habe. Immer wenn ich in der Kindheit dort war, war es schön. Mein Opa lebt dort noch und ich versuche, jedes Jahr einmal hinzufahren. Kroatien ist ein Zufluchtsort für mich.

In den vergangenen Monaten waren Sie auf Ihren Social-Media-Profilen sportlich sehr aktiv, sie haben sogar ein eigenes Fitnessprogramm auf die Beine gestellt.

Ich war selbst oft nicht motiviert Sport zu machen. Deswegen wollte ich ein Workout kreieren, das schnell und effektiv ist und auch noch Spaß macht. Ich bleibe jetzt kontinuierlicher dran.

Welche Regel sollte man beim Workout unbedingt beherzigen?

Nicht halb, sondern ganz. Wenn man keine Lust hat, sollte man es nicht machen. Entweder durchziehen oder sein lassen.

Auch Vanessa Mai kennt Bodyshaming

Lena Meyer-Landrut hat vor einiger Zeit erklärt, dass sie im Internet des Öfteren Opfer von Bodyshaming und anderen Anfeindungen geworden ist. Kennen Sie so etwas auch?

Ja. Während eines Interviews hat mich mal jemand gefragt: „Sie setzen sich in ihrem Song ‚Beste Version‘ gegen Bodyshaming ein, sind aber selbst durchtrainiert.“ Da habe ich mir gedacht, das ist auch Bodyshaming. Nur weil ich einen Waschbrettbauch habe, heißt es ja nicht, dass ich kein Bodyshaming kenne. Es hat ja nichts damit zu tun, zu viel Gewicht zu haben, sondern überhaupt jemanden anzugreifen, weil er in den Augen des anderen irgendeinem Ideal nicht entspricht. Auch wenn man Sport macht, kann man davon betroffen sein.

Wie sehr trifft Sie das?

Es ist tagesabhängig. Manchmal ist es mir egal, manchmal rege ich mich auch darüber auf. Man muss gucken, wie man damit umgeht und einen Weg finden. Wenn ich einen Tag habe, an dem ich weiß, dass ich anfälliger für solche Kommentare bin, lege ich mein Handy bewusst weg.

Ihr Mann ist gleichzeitig Ihr Manager. Was im Leben managen Sie für Ihren Mann?

Seine Gesundheit. Beim Essen bin ich vorne dabei und achte auf unsere Ernährung. Ansonsten manage ich auch den Haushalt, ich putze einfach sehr gerne. Das ist mein Ausgleich.

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Sie sind ein großer Weihnachtsfan. Pünktlich zu Ihrem neuen Album steht Ostern vor der Tür. Wie wird das Osterfest bei Ihnen zelebriert?

Ostern wurde eigentlich nie so üppig bei uns gefeiert. Aber durch den Lockdown haben wir nun das Ostereiertitschen für uns entdeckt. Und unser Hund darf ein Nest im Garten suchen.