Der Lausejunge Michel (Jan Ohlsson) mit Magd Lina (Maud Hansson). Foto: ZDF

Es war eine kleine Traueranzeige in den Lübecker Nachrichten, die in Deutschland mit einem Monat Verspätung vom Tod der schwedischen Schauspielerin Maud Hansson kündete. Laut der Zeitung „Aftonbladet“ starb sie bereits am 1. Oktober im Alter von 82 Jahren. Was eine schwedische 70er-Jahre Schauspielerin in Deutschland bekannt machte? Sie spielte die Magd Lina in den Verfilmungen von Astrid Lindgrens „Michel aus Lönneberga“.

Jan Göransson, der Pressemanager am schwedischen Filminstitut, sagte der Zeitung, dass Hansson eine „ganz eigene Leuchtkraft hatte, die die Filmkamera unbedingt einfangen sollte“. Damit spielte er freilich nicht auf ihre Rolle als Lina an, in der sie ganze Generationen deutscher Kinder erst nervig fanden, als sie Michel immer wieder zurechtwies, um sie dann doch ins Herz zu schließen, als sie Zahnschmerzen oder Liebeskummer hatte.

Doch zumindest in Schweden waren ihre Charaktere deutlich diverser als die Rolle der etwas schlichten Magd auf dem Katthult-Hof, die sie in den Jahren 1971 bis 1973 in drei Filmen und einer TV-Kurzserie spielte. Sie arbeitete bei den Filmen „Das siebente Siegel“ und „Wilde Erdbeeren“ mit dem berühmten Regisseur Ingmar Bergmann zusammen. Neben dem Film spielte die 1937 in Stockholm geborene Hansson auch immer wieder am Theater. Ihre letzte bekannte Rolle übernahm sie 1991 im schwedischen Fernsehfilm „Basaren“. Danach zog sie sich aus dem Schauspielgeschäft zurück.

Seit den 1960er Jahren war sie mit dem griechisch-russischen Schauspieler Petros Fissoun verheiratet. Sie lebten abwechselnd in Schweden und Griechenland. Nachdem Fissoun im Jahr 2016 starb, kehrte Hansson vollständig nach Stockholm zurück, wo sie die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte.