Der Schauspieler Volker Lechtenbrink starb im Alter von 77 Jahren am Montag im Kreis seiner Familie an den Folgen einer schweren Erkrankung. dpa

Der Schauspieler Volker Lechtenbrink ist tot. Der 77-Jährige sei am Montag im Kreis seiner Familie an den Folgen einer schweren Erkrankung verstorben, teilte seine Berliner Künstleragentur am Dienstag mit. Lechtenbrink war über Jahrzehnte hinweg durch seine Rollen in diversen Theater- und Fernsehproduktionen bekannt.

Volker Lechtenbrink wurde vielfach ausgezeichnet. Zuletzt hatte Lechtenbrink im August dieses Jahres den Gustaf-Gründgens-Preis im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater für seinen bedeutenden Beitrag zur Darstellenden Kunst in der Stadt bekommen. Lechtenbrink habe in unzähligen Bühnen-, Film- und Fernsehrollen nicht nur mit herausragender künstlerischer Professionalität, sondern auch mit seiner Leidenschaft und Hingabe überzeugt, hieß es zur Begründung. Die 15.000 Euro Preisgeld spendete er für wohltätige Zwecke.

Lechtenbrink: „‚Die Brücke‘ war ein Glücksfall“

Der 1944 im ostpreußischen Cranz – heute Selenogradsk in Russland – geborene Künstler wurde bereits als Jugendlicher durch seine Rolle in dem Antikriegsfilm „Die Brücke“ von 1959 bekannt.

„‚Die Brücke‘ war für uns alle ein Glücksfall“, erinnerte sich Lechtenbrink, der auch im hohen Alter mit seinen langen blonden Haaren, dem grauen Drei-Tage-Bart und der markanten Brille stets etwas Jugendliches ausstrahlte. „Wir haben aber nicht gewusst, dass wir damit berühmt werden.“ Nach dem großen Erfolg des Antikriegsfilms ging er wenig später, ein Jahr nach der mittleren Reife, vom Gymnasium Johanneum ab, absolvierte seine Schauspielausbildung an der Hamburger Staatlichen Hochschule für Bildende Künste und dem privaten Hamburger Schauspielstudio Hildburg Freese.

Nach Stationen in Hannover, Köln, Berlin und München kehrte er immer wieder nach Hamburg zurück, wo er nach seiner Flucht aus dem ostpreußischen Cranz aufgewachsen war und bis zum Schluss lebte. Mit 26 Jahren hatte er bereits rund 60 Bühnen- und 50 Fernsehrollen gespielt. „Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen“, sagte Lechtenbrink. Seine Lieblingsrollen erkenne man daran, dass er sie mehrmals gespielt habe: Den Prinzen von Homburg, des Teufels General, Bleichenwang in „Was ihr wollt“ und Bruno in „Die Ratten“. Außerdem stand er regelmäßig für Fernsehfilme und -serien vor der Kamera, unter anderem in „Derrick“ und „Ein Fall für zwei“.

Lechtenbrinks bewegtes Privatleben

„Ich bereue nichts in meinem Leben“, sagte Lechtenbrink zu seinem 75. Geburtstag. „Das war alles richtig zu seiner Zeit.“ Auch in seinem Privatleben ging es recht turbulent zu: Insgesamt fünfmal war Lechtenbrink verheiratet, unter anderem mit den Schauspielerinnen Anja Topf und Jeanette Arndt. Zu seinen Ex-Frauen pflegte er nach eigenen Angaben ein gutes Verhältnis, auch seinen drei Kindern Robert, Saskia und Sophie zuliebe. „Wenn man sich mal geliebt hat, wäre es doch dumm, das zu vergessen.“ Sein Rezept für ein gelungenes Leben? Humor. Und Dankbarkeit. „Ich bin immer dankbar gewesen für mein Leben.“