Katharina Thalbach ist eine Berliner Schauspiel-Ikone - und am Montag wieder im Fernsehen zu sehen. Foto: dpa

Eigentlich wollte Schauspiel-Legende Katharina Thalbach schon im Jahr 2020 ermitteln - als Hercule Poirot in „Mord im Orient Express“. Doch dann kam auch der Komödie am Kurfürstendamm die Corona-Krise dazwischen. Doch für ihre Fans ist die 67-Jährige trotzdem da: Am Montag ist sie im TV-Streifen „Extraklasse 2+“ im ZDF zu sehen, einer Schul-Komödie. KURIER sprach mit Thalbach über den Film, ihre Bühnen-Pläne – und die eigene Schulzeit.

Viele hatten sich darauf gefreut, die Berlinerin auf der Kudamm-Bühne zu erleben, verstrickt in einen der bekanntesten Mordfälle der Kriminal-Unterhaltung. Und nun? Das Theater ist zu, wie alle anderen in der Hauptstadt. „Wir hatten das Stück gerade von der Probenbühne auf die Hauptbühne verpflanzt, die wichtigste Probenphase sollte beginnen, das war am 12. März 2020“, erinnert sich Thalbach. Doch dann kam der Lockdown.

Katharina Thalbach hat schon eine Corona-Impfung bekommen

Ist der Mord jetzt abgesagt? Nee! „Wir machen weiter. Der Plan ist jetzt, dass wir Ende Juni wieder die Proben aufnehmen“, sagt sie. „Wir fangen aber von vorn an, weil es noch keinen Mitschnitt gibt. Das Stück muss also aus den Aufzeichnungen neu entstehen.“ Die Premiere soll am 24. Juli steigen. „Und inzwischen bin ich hoffnungsfroh, dass es klappt. Weil ich das Gefühl habe, dass es mit dem Impfen endlich vorangeht.“ Sie selbst habe schon eine der Spritzen bekommen.

Nach der Schule kommt Ralph (Axel Prahl, l.) mal wieder in den Genuss von Karins (Katharina Thalbach, r.) Kochkünsten. Foto: ZDF

Doch bevor der Mörder-Zug im Schillertheater hält, sollten Thalbach-Fans jetzt erst einmal den Fernseher anschalten: Am Montag läuft „Extraklasse 2+“. Im Film spielt „Tatort“-Star Axel Prahl (61) Ralph Friesner, Lehrer einer Marzahner Abendschule. Er muss mit seiner Klasse auf einen Edel-Campus in Charlottenburg umziehen. Warum? Das will er herausfinden, während seine Schüler sich mit den Privatschülern fetzen.

Gelernt hat auch Thalbach immer gern. „Aber irre gern zur Schule gegangen bin ich früher nicht“, sagt sie und lacht. „Wenn mir die Dinge nicht enorm leicht fielen, konnte ich dafür enorm gut schummeln. Das ist ja auch eine Qualität.“ Im Film muss sie aber nicht zur Schule: Thalbach spielt Karin, Friesners Mitbewohnerin – eine herzensgute Berlinerin, die ihn mit Schnauze und Klopsen versorgt. „Das sind genau die Rollen, die ich so liebe und immer geliebt habe“, sagt sie. „Bodenständige Berliner Frauen, die das Leben schmeißen – und wenn es hart kommt, kann man sich noch anlehnen.“ Und sogar kulinarisch sei sie mit ihrer Figur auf einer Wellenlänge. „Ich kann Hausmannskost, zu Hause bin ich die Eintopfkönigin“, sagt sie.

Am Set von „Extraklasse 2+“ herrschte natürlich Maskenpflicht

Auch wenn natürlich genauso oft ihr Gatte Uwe Hamacher den Löffel schwingt – schließlich ist er Profi-Koch. 2020 überraschten die beiden mit der Info, dass sie nach langer Beziehung still und heimlich geheiratet hatten. Und heute? „Ich vergesse immer wieder, dass ich verheiratet bin. Aber viel wichtiger ist, dass Corona für jede Beziehung eine Teststrecke ist. Und dass wir uns absolut bewährt haben.“

Aber zurück zum Film: Gedreht wurde im vergangenen Jahr. Und auch da gab's am Set unter Corona-Bedingungen viele neue Regeln. „Tests, Maskenpflicht, wir hatten auch einen Hygienebeauftragten“, sagt die Schauspielerin. „Überall wurde gewischt und gemoppt und gesprüht. Das ist wichtig, aber man kann nur hoffen, dass das auch irgendwann wieder wegfällt. Mit den Masken am Set zu arbeiten ist anstrengend – nach einigen Stunden merkt man, dass die Konzentration nachlässt.“

Ralph Friesner (Axel Prahl, r.) überrascht seine Mitbewohnerin Karin (Katharina Thalbach, l.) mit einem Tablet. Endlich kann sie mit ihrem Enkel sprechen! Foto: ZDF

Momentan wünsche sie sich, dass so schnell wie möglich alle geimpft werden können – vor allem auch jüngere Menschen. „Denn ich bedauere die junge Generation. Ich verstehe, dass sie endlich wieder leben wollen.“ Und: Thalbach freut sich, wenn die Zuschauer kommen, wenn der Orient Express endlich auf der Kudamm-Bühne hält. „Ich hoffe, dass es vielen anderen genauso geht wie mir. Dass sie Sehnsucht danach haben, endlich wieder mit anderen zusammen etwas zu erleben.“