Im Februar schien die Welt noch intakt zu sein: Schauspielerin Andrea Sawatzki auf der Berlinale-Party Blue Hour. Foto: Britta Pedersen/dpa

Die Schauspielerin Andrea Sawatzki fordert angesichts der Corona-Pandemie ein sofortiges Verbot für Dreharbeiten zu Filmproduktionen. «Ich hatte Anfang der Woche meinen letzten Drehtag hier in Berlin. 35 Menschen, die Angst davor haben, sich zu infizieren, die Familie zuhause haben, die sie bei einer Infektion mit Sicherheit auch anstecken werden», schrieb Sawatzki am Freitag auf Instagram. «35 Menschen, die gezwungen werden weiter zu arbeiten. Auf engstem Raum. Weil die Berliner Regierung es versäumt, ein Verbot für Dreharbeiten durchzusetzen. Weil es keine Gelder gibt, um Filmschaffende, Produzenten zu entschädigen, wenn ein Film abgebrochen wird», so Sawatzki.

Ähnlich äußerte sich die Produktionsfirma X Filme («Babylon Berlin»). Solange von offizieller Stelle juristisch gesichert nicht alle Dreharbeiten untersagt würden, seien deutsche Filmproduzenten nicht in der Lage, einen Abbruch auf eigene Initiative und Haftung durchzuziehen. Sie riskierten sonst Schäden in Millionenhöhe und damit das Überleben ihrer Firmen. Gleichzeitig wollten weder die Behörden noch andere Stellen die Verantwortung übernehmen, um etwa durch einen amtlichen Drehstopp den Zugang zu staatlichen Hilfen zu garantieren. «Ein generelles Drehverbot bundesweit muss ausgesprochen werden», betonte X Filme.

Nach Angaben der Produzentenallianz gibt es zurzeit Gespräche und erste Vereinbarungen etwa mit den auftraggebenden Fernsehanstalten. So will die RTL Mediengruppe nach eigenen Angaben «einen signifikanten Anteil der angefallenen Mehrkosten» bei Lieferverzug von Produktionen durch Covid-19 übernehmen. ARD und ZDF wollen 50 Prozent entstandener Mehrkosten tragen. ProSiebenSat.1 kündigte ebenfalls Entgegenkommen an.