Sternekoch Frank Rosin mit der „Waffelwunder“-Familie: Betreiberin Geli (Mitte) mit Ehemann Dominique und Tochter Lena. Foto: Kabel1

Die einen sehen in Frank Rosin die letzte Hoffnung auf die Rettung ihres Restaurants, die anderen halten ihn für ein großmäuligen Grantler, der Gastronomen im Fernsehen vorführt. Welche Seite der Wahrheit auch immer näher kommt, das Konzept scheint zu funktionieren. Bereits seit 2009 ist „Rosins Restaurants“ auf Sendung. Inklusive zahlreicher Specials gibt es weit mehr als 100 Folgen. In der neuesten geht es für den Sternekoch in den Osten der Republik. Genauer gesagt ins thüringische Nordhausen. Dort hat die Belegschaft des Waffelwunders um Hilfe gerufen.

Ende September war der Sternekoch in dem eigentlich beliebten Waffelladen in der Innenstadt von Nordhausen zu Gast, um „Waffelwunder“-Betreiberin Geli Wilke-Schatz seine Hilfe anzubieten. Hilfe, die die junge Mutter laut Programmankündigung offenkundig sehr dringend benötigt. Von einer „60-Stunden-Woche“ und einem „Schuldenberg“ ist da die Rede, von „kulinarischen Defiziten“ und „finanziellen Problemen“. Doch ganz so dramatisch scheint es um das „Waffelwunder“ gar nicht zu stehen - zumindest, wenn man Wilke-Schatz' Darstellung in der Lokalpresse glaubt.

So sagte die Betreiberin, die den Laden in dem es nach Wunsch belegte Waffeln und Crêpes gibt, seit 2017 führt und zuvor bereits drei Jahre als Angestellte in dem Laden arbeitete, der Thüringer Allgemeinen: „Ich bin nicht pleite!“ Und den Laden schließen werde sie schonmal gar nicht. „Da kann kommen, was will“, betonte sie der Zeitung gegenüber entschieden. Zu viel Herzblut hänge an dem Laden.

In Nordhausen soll das „Waffelwunder“ Kultstatus besitzen

Ohnehin soll die Anmeldung durch ihren Mann Dominique überhaupt keine finanziellen Beweggründe gehabt haben. Das Ziel sei es gewesen, das Café strukturell auf stabilere Füße zu stellen. Denn auch, wenn finanziell alles in Ordnung sei - für eine weitere Mitarbeiterin reiche es eben nicht. Dabei wünschten sich Geli Wilke-Schatz und ihr Dominique mehr Zeit für ihre Tochter Lena. Zudem solle das „Waffelwunder“ ruhig etwas hipper werden. Gut besucht ist es laut der Zeitung aber auch ohnehin. „Kultstatus“ besitze es in Nordhausen laut dem Bericht.

Wie auch bei der Bewertung des Formats liegt auch hier die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Vielleicht gibt die Sendung (Donnerstag, 20.15 Uhr, Kabel1) ja ein bisschen Aufschluss. Mit einer Prognose hatte Geli Wilke-Schatz auf jeden Fall Recht. Sie wird ihren Laden nicht schließen und kämpft auch in der für Gastronomen so schwierigen Corona-Zeit für den Erhalt ihres Cafés. Die Waffel gibt es aber vorerst nur zum Mitnehmen.