Die  Rolling Stones mit Frontmann Mick Jagger bei einem  Konzert im August vergangenen Jahres in Pasadena. 
Foto: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa

Das Leben war so schön, dann wurden wir alle eingesperrt, singt Mick Jagger mit seiner unnachahmlichen Röhre zu einer mächtigen Blues-Rock-Reggae-Mixtur. Und weiter, ebenso passgenau zur Corona-Zeit: Man fühlt sich wie ein Geist, der in einer Geisterstadt lebt. Das ist er also, der erste neue Song der Rolling Stones seit acht Jahren, womöglich Vorbote eines neuen Albums.

Mit ihrem am Donnerstag überraschend veröffentlichten Stück „Living In A Ghost Town“ haben die britischen Rock-Legenden Millionen Fans mitten in der Corona-Pandemie eine Freude gemacht – und Hoffnungen geweckt. Das Lied sei die erste neue Stones-Single und Eigenkomposition nach „Doom And Gloom“ vom Best-of-Album „GRRR!“ (2012), teilte das Label Universal mit.

Das von einer wild heulenden Mundharmonika gekrönte Musikstück wird von einem schicken Video begleitet – die Band im Studio, daneben Bilder leerer Innenstädte in Fischaugen-Optik. Zwölf Stunden nach Veröffentlichung war der Film zum Song allein auf Youtube rund 800.000-mal abgerufen.

Lesen Sie auch: Eric Clapton: Der Gitarren-Gott wird 75 >>

Mitglieder der Rolling Stones für ihr Alter ziemlich fit

„Living In A Ghost Town“ deutet an, dass die vier Veteranen – altermäßig alle in der „Corona-Risikogruppe“ – noch ziemlich fit sind. Diesen Eindruck hatten Sänger Mick Jagger (76), Gitarrist Keith Richards (76), sein Kollege Ron Wood (72) und Schlagzeuger Charlie Watts (78) schon am vorigen Wochenende vermittelt. Da traten die Stones – jeder für sich und über vier Bildausschnitte dann doch irgendwie vereint – beim globalen Internet-Benefizkonzert „One World – Together At Home“ für die Corona-Helfer auf, mit ihrem Klassiker „You Can’t Always Get What You Want“. Vor allem Jagger wirkte so aufgekratzt, dass man ihm sein Lebensalter nie und nimmer anmerkte. Also vielleicht doch demnächst endlich mal wieder eine neue Studioplatte der Rolling Stones? Es wäre die erste mit eigenem Material seit „A Bigger Bang“ von 2005.

Die Stones spielten – jeder in seinem Wohnzimmer - beim „One World – Together At Home“-Konzert. 
Foto: Global Citizen's One World: Together At Home /AFP)

Keith Richards verriet in einem Statement zu „Living In A Ghost Town“ ganz nebenbei, dass das Stück als „Teil eines neuen Albums, einer laufenden Sache“, aufgenommen worden sei. Der Song passe momentan einfach so gut in die Landschaft, daher habe man ihn rausgehauen. Auch Jagger sagte: „Es gab da einen Song, von dem wir dachten, dass er die Zeiten gut mitschwingen lässt, in denen wir derzeit leben.“