Robert Pattinson als Bruce Wayne, alias Batman, in einer Szene des Films „The Batman“. Jonathan Olley/DC Comics /Warner Bros/dpa

Selbst eingefleischte Fans der Comichelden-Serie müssen bei der Frage erst einmal nachdenken, die wievielte Neuauflage des Original-Kinofilms „The Batman“ ist. Und dennoch steht schon jetzt fest: Der neuste Reboot mit Robert Pattinson im Fledermauskostüm wird sich in einer Sache auf jeden Fall von allen Vorgängern abheben. Denn mit knapp drei Stunden Laufzeit ist es der längste „Batman-Film“ und insgesamt der zweitlängste Comichelden-Streifen aller Zeiten. Doch das ist laut des Hauptdarstellers nicht das Einzige, was „The Batman“ (läuft am 3. März an) von allen anderen unterscheidet: „Wir haben eine Detektiv-Story im Film-Noir-Stil der 1970er-Jahre gedreht.“

Berliner KURIER: Batman als Detektiv?

Robert Pattinson: Ich weiß, ich habe das auch erst komisch gefunden, als mir der Regisseur das im Vorfeld verraten hat. Doch Sie werden sehen, dass das sehr gut passt. Normalerweise taucht Batman am Tatort auf und verprügelt die Bösewichte sofort. Diesmal ermittelt er, geht Spuren nach.

Sonst bleibt alles beim Alten?

Sie werden schon nach den ersten Szenen sehen, dass mit diesem Batman vieles radikal anders ist. Er wird von einer tiefen Verzweiflung getrieben, von einer tiefen inneren Wut. Jeden Kampf, den er führt, nimmt er sehr persönlich.

Der britische Schausupieler Robert Pattinson wurde mit seiner Rolle als Vampir in der Filmreihe „Twilight“ weltberühmt. Chris Delmas / AFP

Was ist mit Ihrem Alter Ego Bruce Wayne?

Der ist diesmal nicht ein glamouröser, reicher Playboy. Er gilt eher als merkwürdiger Typ, der von Selbstzweifeln getrieben wird. Er hat die Persona von Batman für sich konstruiert, um vor sich selbst zu fliehen. Es ist eine ungesunde Abhängigkeit entstanden. Er kann nur noch leben, wenn er sich als Fledermaus verkleidet. Fast wie eine Drogensucht.

Also kein Held mehr, dem Gerechtigkeit über alles geht?

Es geht diesmal viel tiefer und es ist sehr viel dunkler. Er will seine eigene Form von Gerechtigkeit erzwingen. Er wird davon regelrecht getrieben.

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Wie hat es sich angefühlt, als Sie sich das erste Mal das legendäre Batman-Kostüm überziehen durften?

Das erste Mal war noch in der Audition-Phase bei einem Screentest. Sie haben mir das alte Kostüm von Val Kilmer gegeben. Es war crazy. Ich weiß noch genau, wie ich es mir angezogen habe und dachte „Batman zu spielen wird hier drin total unmöglich sein, völlig ausgeschlossen!“

Robert Pattinson (l.) als Bruce Wayne alias Batman und Zoe Kravitz als Selina Kyle in einer Szene des Films „The Batman“ Jonathan Olley/DC Comics /Warner Bros/dpa

Wieso das?

Weil ich versucht habe, mich in diesem 5 Zentimeter dicken Latex-Anzug zu bewegen. Ich war die ganze Zeit total nervös, voller Adrenalin. Und ich habe deswegen nicht mehr aufgehört zu schwitzen. Nur dass man dagegen nichts machen konnte. Außer am Ende die Flüssigkeit aus dem Anzug abzupumpen (lacht).

Aber Sie haben ja dann Ihren eigenen bekommen. War der besser?

Viel besser. Er war zwar auch schwer, aber unheimlich gut designt, weil ich mich sehr gut darin bewegen konnte!

Wie haben Sie sich auf die körperlich anspruchsvolle Rolle eines Superhelden vorbereitet?

Es war eine ziemliche Quälerei. Das Problem ist, dass andere Schauspieler ständig Workout machen. Ich dagegen mach kaum etwas.

Es hieß, dass Ihnen die Studio-Bosse sogar einen Personal Trainer geschickt haben.

Er war mehr ein Ernährungsberater. Er hat mir den Batman-Essenplan verschrieben (verzieht die Miene).

Woraus bestand der?

Morgens immer nur Haferflocken mit Vanille-Proteinpulver. Und dann weiterhin zwischen dem Workout viel Fisch und Gemüse. Ich habe fast nur Thunfisch aus der Dose gefuttert. Mit Tabasco!

Und das hat alles geholfen, um fit für den Part zu sein?

Lassen Sie es mich so sagen: Nach Ende der Dreharbeiten war ich richtig, richtig fertig.