Bis die Corona-Pandemie kam, war Ringo Starr viel mit seiner Band auf Tour. Er vermisst es, Konzerte zu spielen. Foto: dpa/Fernando Bizerra Jr.

Er feiert zu seinem 80. eine große Sause – und  Beatles-Kollege Paul McCartney ist auch dabei. Mit „Ringo's Big Birthday Show“ will Ringo Starr sich nicht nur selbst feiern, sondern auch Gutes tun. Die Musiklegende stellt ein Online-Konzert zusammen, das am 7. Juli auf YouTube übertragen wird. Die Erlöse gehen unter anderem an die Black Lives Matter Global Network und die Musikerhilfe „Musicares“. 

KURIER: Sie haben einen runden Geburtstag vor sich….

…einen riesigen Geburtstag. Ich werde 80! Ich sag’s lieber selbst, ehe mich das Alter überrascht.

Was wünschen Sie sich?

Drei, zwei, eins... (Macht mit beiden Händen das Peace Zeichen)...Peace and Love!

Ringo Starr zeigt es an: Er steht für Peace and Love Foto: imago stock&people/Zuma Press

Und Sie haben sich mit dem Streaming-Konzert etwas ganz Besonderes ausgedacht!

Ich habe einige meiner Freunde gefragt, mir Aufnahmen aus ihren Shows zu schicken. Und ich benutze einige Mitschnitte von meinen Konzerten vom letzten Jahr und sage alle Interpreten jeweils an. Es kann auch sein, dass einige ihr eigenes Ding machen und mich überraschen. Wir werden auf jeden Fall ne Show abziehen!

Was hat man mit 80 noch für Ziele für die Zukunft?

Weiter auftreten. Ich spiele ja noch und hätte jetzt gerade auf Tour sein sollen. Dann wollte ich eine Geburtstagspause einlegen und die nächste Tournee ab September starten. Ich vermisse das sehr. Ich habe mit meiner Band All Stars mehr gespielt als je zuvor.

Ringo Starr (r.) zusammen mit John Lennon, Sänger Paul McCartney und George Harrison bei einem Beatles-Konzert in London. Foto: Imago-Images/LFI

Wenn Sie auf Ihr Leben zurückschauen, worauf sind Sie besonders stolz?

Ich bin vielfach gesegnet durch meine Familie. Meine Kinder sind ein Segen. Wissen Sie, dass ich inzwischen acht Enkelkinder und einen Urenkel habe? Ich bin ein Einzelkind. Und dann schaue ich mich am Tisch um und kann es nicht fassen, dass ich mit all diesen Menschen verwandt bin. Ein Segen. Und natürlich meine Frau Barb. Noch ein Segen!

Apropos Kinder und Enkel, was haben Sie im Leben durch Vaterschaft gelernt?

Dass ich es liebe, Opa zu sein. Denn du kannst Spaß mit den Kids haben und sie dann wieder zurückgeben (lacht). Ich war ein Vater, der immer sein Bestes gegeben hat. Bis heute ist dieser Anblick in meiner Seele eingebrannt, als mein Ältester Zack geboren wurde. Sie haben mir das Baby gegeben und ich konnte mich nicht bewegen. Es war wie aus Glas. Es war ein Wunder. Und dann war ich als Teil der Familie mit dabei, als er Vater wurde und sein Baby zum ersten Mal hielt. Und es war so, als würde ich mich selbst sehen.

Die beiden noch lebenden Beatles: Ringo Starr und Paul McCartney bei der Premiere der Beatles-Doku „Eight Days A Week - The Touring Years“ im Jahr 2016 Foto Imago-Images/Zuma Press

Es gibt kaum jemand auf der Welt, der die Beatles nicht kennt. Ist es schwer, so lange so berühmt zu sein?

Anfangs schon. Uns Beatles ging es nie um Ruhm. Wir wollten gute Musik machen und unsere Zuschauer unterhalten. Doch dann wurden wir so bekannt, dass wir nicht einmal mehr ins Restaurant gehen konnten. Einmal führte ich gerade einen Bissen zum Mund, da hat mir eine Frau regelrecht die Gabel wieder rausgezogen und legte mir was vor: „Unterschreib das!“ Und ich sagte Nein, ich bin gerade beim Dinner. Das war 1967. Die Frau meinte, damit hast du dir deine ganze Karriere ruiniert (lacht).

Werden Sie heute noch ständig auf der Straße erkannt?

Gerade ist es dank der Pandemie etwas einfacher, weil wir alle Gesichtsmasken tragen müssen. Es erkennt mich keiner!

Gibt es etwas in Ihrem Leben, was Sie bereuen?

Ich bin heute hier wegen des Pfads, den ich in meinem Leben eingeschlagen habe. Dank der guten Entscheidungen und auch der weniger guten, die ich getroffen habe. Ich kann es bis heute nicht fassen, dass ich mit 13 im Krankenhaus war, mit Tuberkulose. Und mein Musiklehrer kam vorbei und hat mir eine kleine Trommel zum Zeitvertreib geschenkt. Und von dieser Minute an wollte ich nur noch ein Drummer sein. Und schauen Sie es sich an, ich mach das noch immer. Das ist echt unglaublich!