Jan Böhmermann und Multitalent Xatar in der ersten Folge von Böhmi brutzelt Screenshot/ZDF

Nein! Eine Late-Night-Show reicht Jan Böhmermann einfach nicht. Seit Freitag ist der Bremer Entertainer nun mit einem zweiten Format im ZDF zu sehen - und auf das hat er durchaus lange hingearbeitet. Denn erst war „Böhmi Brutzelt“ nur eine Bonus-Rubrik in seinem „Neo Magazin Royal“, doch nun gibt es die Kochshow als eigenständiges Programm. Und die ist klassischer als man zunächst denken mag.

Jan Böhmermann empfängt Xatar bei „Böhmi brutzelt“

In der ersten Folge, die am Freitag in die ZDF-Mediathek hochgeladen wurde und am Samstag (19.45 Uhr) auf ZDFNeo läuft, hatte Jan Böhmermann den Rapper und Produzenten Xatar zu Gast, der selbst Köftespieße vertreibt. Wie in einer Kochshow der ganz alten Schule, beispielsweise beim am Freitag verstorbenen Alfred Biolek, Kochten Gast und Gastgeber parallel ein Gericht, die am Schluss gemeinsam probiert wurden.

Xatar formt in Jan Böhmermanns Kochshow einen Köftespieß Screenshot/ZDF

Während Jan Böhmermann durchaus professionell dabei zu Werke ging, eine schweinefleischfreie Rinderroulade zuzubereiten, blieb Xatar sich treu und machte eben Köftespieße. Das Rezept hatte er sich zuvor noch von seiner Mutter durchgeben lassen, sagte er.

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Die Geschichte von Xatar und dem Köftespieß ist schon etwas länger. Nachdem Xatar 2011 wegen eines Geldtransporter-Überfalls in den Knast musste, sagte er in einem Interview vor seiner Entlassung auf die Frage, worauf er sich am meisten freue, wenn er wieder in Freiheit sei: „Ein Köftespieß, mit gar keinem reden. Haval, gib mir einfach nur ein Köfte-Spieß.“ Dieser Satz ging erst im Netz viral und wurde dann für Xatar zum Geschäft. Inzwischen betreibt er mehrere Haval-Grills bei denen es eben Köfte-Spieße gibt, und hat auch bereits TK-Produkte auf dem Markt. 

Jan Böhmermann fragt Xatar über Knast-Küche aus

Bei „Böhmi brutzelt“ kochte er aber frisch, mit Lamm-Hackfleisch, Petersilie und Kreuzkümmel. Während Jan Böhmermann und Xatar, der mit bürgerlichem Namen Giwar Hajabi heißt, so vor sich hinbrutzelten, sprachen sie dabei auch über verschiedene Dinge aus Xatars Leben. Da ging es natürlich um die Zeit im Knast, bei der er irgendwann Küchenzugang, bekam und endlich wieder Dinge essen konnte, die ihm schmecken. Die Knast-Küche sei furchtbar gewesen, sagt Xatar. In Bayern hingegen sei das Essen besser, aber dort seien die Haftbedingungen schlimmer.

Aber sie sprachen auch über den Weg in die Kriminalität, sein Geschäft und den Moment als er als Kind in die Küche kam und in der Spüle einen Lammkopf liegen sah und seine Eltern für „Psychos“ hielt. Böhmermann konterte das mit einem Spanferkel, das auch zahlreiche deutsche Kinder mit Schrecken zurückgelassen hat. Ohnehin fühlte er sich genötigt, immer wieder das Thema Schweinefleisch anzusprechen.

Doch schnell wurde es wieder klassisch. Zu jedem der beiden Gerichte gab es einen eigens von einem Sommelier ausgewählten Drink – eine Ayran-Abwandlung zum Köfte-Spiel und einen aromatisierten Traubensaft zur Roulade – und dann fiel der Satz, der in keiner Kochshow fehlen darf: „Ich hab das schonmal vorbeireitet.“ Denn Jan Böhmermanns Rouladen brauchten natürlich viel länger als Xatars Köftespieße, die er klassisch auf einem Grill im Studio zubereitete. Böhmermann zauberte hingegen fertige Rouladen von unter der Theke hervor!

Jan Böhmermann und Xatar sind ganz hin und weg von den bei Böhmi brutzelt gekochten Gerichten. Screenshot/ZDF

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Auch das Probieren lief ab, wie man es eben von Kochsendungen kennt. Böhmermann und Xatar saßen sich an einem Tisch gegenüber und lobten gegenseitig ihre Kochkunst. „Orient trifft Okzident“, resümierte Böhmermann und befand, dass die beiden Gerichte gut zusammenpassen.

In der nächsten Folge ist übrigens Entertainer Riccardo Simonetti zu Gast. Dann wird es Lasagne geben!