Beruflich läuft es gut für Reese Witherspoon – aber eine PR-Aktion macht ihr nun richtig Probleme. Foto: dpa/Ian West

Eine „natürlich blonde“ PR-Aktion führt Reese Witherspoon jetzt vor Gericht – und es geht um Millionen. Die Schauspielerin wird von Lehrerinnen in ganz Amerika verklagt. Die Sammelklage im Namen von einer Million Paukerinnen behauptet, dass das Modelabel der Oscargewinnerin allen kostenlose Kleider schuldet.

Der Fall: Witherspoons Fashionfirma Draper James hatte am 2. April auf Social Media gepostet: „Liebe Lehrer/-innen, wir wollen uns bei euch bedanken. Während der Quarantäne arbeitet ihr härter als je zuvor, um unsere Kinder zu unterrichten. Als Zeichen unser Dankbarkeit möchte Draper James allen Lehrerinnen ein Kleid schenken“. Diese sollten dann in den nächsten drei Tagen einen Kontaktbogen im Link ausfüllen.

Die Danke-Aktion wurde zum Hit. Das amerikanische Frühstücksfernsehen „Good Morning Amerika“ berichtet von Witherspoons „großzügiger Geste“ und zitierte diese dann mit: „Ich will unseren Lehrern einfach ein wenig Extra-Liebe geben.“ Diese nahmen das Angebot dankend an. Fast eine Million schickten ihre Kontaktinformationen ein und erwarteten ein Kleid in der Post. Die meisten vergeblich. Draper James hatte lediglich eingeplant, 250 Outfits (im Wert von 12.000 Dollar) rauszugeben. Es folgte eine Sammelklage und die wirft Draper James vor, durch „falsche Angaben und vorsätzliche Irreführung von Kunden, die ihnen deshalb private Informationen überlassen haben“ gegen das kalifornische Konsumenten-Schutzgesetz verstoßen zu haben.

Witherspoon wehrt sich dagegen. Ihre Anwälte der Star-Kanzlei Gibson Dunn verweisen auf einen in Klammern geschrieben Satz ganz unten beim Posting, der mit „Angebot gilt, solange der Vorrat reicht“ beginnt: „Unsere Mandantin hat Lehrerinnen keine unbegrenzte Menge an Kleidern versprochen – sondern nur die Möglichkeit, ein freies Kleid zu bekommen“.

Die Gegenseite kontert, dass nirgendwo im Posting „Verlosung“ oder „Begrenztes Sortiment“ steht. Und: „Über die Aktion wurde in zwei nationalen TV-Sendern berichtet und damit Lehrerinnen in ganz Amerika angesprochen. Da sind 250 Kleider ja wie ‚Almosen‘.“ Da Witherspoon die angebotenen Kleider jeweils für 50 Dollar verkauft, geht es um 50 Millionen Dollar. Alles andere als „Almosen“.