Kämpfte nach dem Sieg mit den Tränen: DSDS-Sieger Ramon Roselly TVNOW / Stefan Gregorowius

Seit dem Wochenende darf sich wieder mal ein Casting-Show-Gewinner Deutschlands neuer Superstar nennen. Ramon Roselly aus dem sächsischen Zschernitz ist der inzwischen 17. Sieger der Sendung, die in Zeiten von Corona nun auch ein bisschen anders ablief, als üblich.

Applaus für Sieger Roselly, der eigentlich Kaselowsky heißt, und sein Geld bisher als Zirkusartist und Gebäudereiniger verdiente, gab es nur von den Kontrahenten, Moderator Alexander Klaws und der vierköpfigen Jury. Denn das Finale fand wie auch die drei Live-Shows zuvor wegen der Corona-Krise ohne Publikum statt. Die Kandidaten wurden isoliert, um den Ablauf, aber auch die Crew-Mitglieder nicht zu gefährden.

Klare Entscheidung im DSDS-Finale

Die Entscheidung, die traditionell von den TV-Zuschauern, die in diesem Jahr ebenso zahlreich einschalteten wie 2019, getroffen wurde, war diesmal eindeutig: Mit mehr als 80-Prozent der Stimmen setzte sich der 26-jährige Roselly gegen die letzte verbliebene Konkurrentin Chiara D’Amico (18) durch. Zuvor waren in der Final-Show bereits Paulina Wagner (22) und Joshua Tappe (25) ausgeschieden.

Die diesjährigen DSDS-Finalisten: Chiara D’Amico, Paulina Wagner, Joshua Tappe und Ramon Roselly (v.l.n.r.)
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Jury-Vorsteher Dieter Bohlen war mit der Wahl der Zuschauer sehr zufrieden. „Seit Jahrzehnten“ werde nach einem Nachfolger für Schlagerstars wie Howard Carpendale und Roland Kaiser gesucht, sagte der 66 Jahre alte Pop-Titan. Bei den Frauen gebe es ja nun Helene Fischer (35), aber bei den Männern fehle so jemand. „Ich glaube, du könntest das werden, so eine Schlagerikone.“

Jury-Nachrücker Silbereisen begeistert von Roselly

Und auch deren Ex-Freund, Florian Silbereisen, der im Laufe der Staffel in die Jury gerutscht war, nachdem Xavier Naidoo sich einmal mehr mit rassistischen und verschwörungstheoretischen Aussagen aufgefallen war, war voll des Lobes für Sieger Roselly: „Ich glaube ganz im Ernst, dass selbst der Schlagergott von oben heute, Dieter Thomas Heck, ein bisschen zuschaut und sagt: Diesen Jungen hätte ich vielleicht auch gerne mal in der ZDF-Hitparade damals präsentiert.“

Die Jury: Pietro Lombardi, Oana Nechiti, Nachrücker Florian Silbereisen und Urgestein Dieter Bohlen
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Im Finale spielte Ramon Roselly seine Stärken aus: Er hat eine große Portion Schmalz in der Stimme und keine Angst vor Kitsch. Er sang „Tränen lügen nicht“ von Michael Holm und „100 Jahre sind noch zu kurz“ von Randolph Rose. Mit dem eher unbekannten Schmachtfetzen war er schon in der allerersten Castingrunde aufgefallen.

Das Siegerlied „Eine Nacht“ stammt mal wieder aus der Feder von Dieter Bohlen. Er hatte es für alle Finalisten geschrieben. Roselly konnte damit am meisten überzeugen – und darf es nun als Sieger auf den Markt bringen.