Till Lindemann ist der Frontmann von „Rammstein“ – und lebt von der Provokation. Foto: dpa

Die Berliner Schock-Rocker von „Rammstein“ sind für ihre Provokationen bekannt – klar, dass da auch die Solo-Projekte von Frontmann Till Lindemann immer wieder für Schlagzeilen sorgen. Momentan spricht die Musik-Welt über sein neues Musikvideo, das er zum „Internationalen Tag des Kindes“ am Dienstag veröffentlichte. Ausgerechnet an diesem Tag lässt er im Clip zum Song „Ich hasse Kinder“ das Blut spritzen – entpuppt sich aber nicht als kompletter Kinder-Hasser.

In dem Video, das am Dienstag auf Youtube veröffentlicht wurde, besingt der Rocker seine Schwierigkeiten mit Kindern. Lindemann besingt unter anderem schreiende Kinder, die ihm in öffentlichen Verkehrsmitteln begegnen. „Ich steige in ein Flugzeug ein, es wird kalt, ich hör‘ es schreien. Ich kenne meine Sitzplatznummer, Panik reitet großen Kummer“, heißt es im Text. Der Angst weicht später Gewissheit: „Ein Kleinkind sitzt gleich neben mir.“

Das neue Video provoziert – und überzeugt wie immer mit gewaltigen Bildern

Immer wieder wird die Frage gestellt, um die sich jenes Lied dreht: „Darf und kann man Kinder hassen?“ Lindemann beantwortet sie – wie üblich – schreiend: „Ich hasse Kinder! Ich hasse Kinder!“ Denn offenbar turnt das Kind neben ihm herum, während die Mutter in einem Magazin blättert und einen Apfel isst, der Vater inzwischen schläft. Und wieder „Ich hasse Kinder!“ Doch dann nimmt der Text eine Wendung: „Nein, ich liebe sie, ja, ich liebe sie, die großen und die kleinen, doch es müssen meine sein.“ Was genau das Lied zu bedeuten hat, weiß nur Lindemann.

Das Video zum neuen Song „Ich hasse Kinder“.

Video: Youtube

Die Bilder im Video sind gewohnt gewaltig inszeniert: Der Film, der allem Anschein nach in Moskau gedreht wurde, zeigt neben explodierenden Autos und einer weinenden Lenin-Büste auch Gewalt-Szenen, bei dem einem Mann mit einer Axt und einer Kettensäge Körperteile abgehackt werden, während das Blut nur so spritzt. Ein Mann wird, an einen Stuhl gefesselt, ein Treppenhaus hinuntergestürzt. Der Kurzfilm wurde allein am ersten Tag mehr als zwei Millionen Mal angeschaut. Regie führte der russische Musikvideoregisseur Serghey Grey.

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Lindemann und seine Kollegen von „Rammstein“ sind für ihre provokanten Auftritte bekannt. 2016 sorgte eine Inszenierung bei den Konzerten der Band für Aufsehen – zum Song „Zerstören“ jagte sich Lindemann mit einer Sprengstoffweste auf der Bühne in die Luft. Und das Musikvideo zum Song „Deutschland“ wurde mit einem Kurz-Clip beworben, das die Musiker am Galgen zeigte, gekleidet in Häftlingsuniformen. Gitarrist trug auf der Brust einen Stern, das von den Nationalsozialisten eingeführte Erkennungszeichen für Juden.