Die frisch Vermählten: Prinzessin Beatrice und ihr Edoardo Foto: AP/Benjamin Wheele

Eigentlich wollte Prinzessin Beatrice, die Nummer neun der britischen Thronfolge, schon im Mai ihren Partner Edoardo Mapelli Mozzi heiraten, doch wegen der Corona-Krise sagten das Paar sowohl Feier als auch Trauung ab. Am Freitag holten sie das Ganze nun nach. Nicht in London, wie geplant, sondern auf dem Gelände von Schloss Windsor. Mit dabei waren laut britischen Medien auch die Eltern der Braut: Sarah Ferguson und Prinz Andrew - doch von ihm ging kein Foto um die Welt.

Schuld daran, dass der Brautvater zumindest für die Öffentlichkeit bei der royalen Corona-Hochzeit keine Rolle spielte, ist natürlich der Pädophilie-Skandal, in den der zweitälteste Sohn von Queen Elizabeth verwickelt zu sein scheint. Seine Freundschaft zu dem verurteilten und inzwischen toten Sexualverbrecher Jeffrey Epstein, sowie Vorwürfe der US-Amerikanerin Virginia Giuffre, Andrew habe sie als 17-Jährige missbraucht, setzten den Prinzen unter Druck. Als er sich in einem BBC-Interview um Kopf und Kragen redete, enthob ihn seine Mutter aller royaler Aufgaben - und nun durfte er nicht mal auf die offiziellen Hochzeitsfotos seiner Tochter.

Bilder aus unbeschwerteren Tagen: Prinzessin Beatrice (r.) im Jahr 1996 mit Schwester Eugenie, Mutter Sarah Fergusson und Vater Andrew. Foto: dpa/Ockenden

Die sind schön und zeitgeschichtliches Dokument zugleich: Neben einem Foto, das das Brautpaar in einem opulenten Blumentor zeigt, veröffentlichte der Buckingham-Palast am Samstag auch ein Bild, das Beatrice und Edoardo mit den Braut-Großeltern - Queen Elizabeth und ihrem Mann Philip - abbildet. Natürlich hielten die Paare den coronabedingten Sicherheitsabstand ein. Schließlich gehören Elizabeth mit 94 und Philip mit 99 Jahren zur Hochrisikogruppe.

Auch insgesamt fand die Hochzeit unter strikter Beachtung der Distanzregeln statt, wie die BBC berichtete. Der Brautstrauß wurde wie bei den Royals üblich auf dem Grabmal des unbekannten Soldaten in der Westminster Abbey abgelegt.

Prinzessin Beatrice mit ihrem Mann Edoardo und ihren Großeltern Philip und Elizabeth. Foto: AFP/Benjamin Wheeler

Nur ein Plan ging bei Beatrices Hochzeit nicht auf: Nicht vom Thema Andrew belästigt zu werden. Denn das war zweifellos die Absicht der königlichen Kommunikationsabteilung, als sie entschied, keine Bilder des Brautvaters zu veröffentlichen. So war es dann eben seine auffällige Abwesenheit, die Andrew zum Gesprächsthema machte.