Irina Schlauch soll als „Princess Charming“ aus 20 Frauen die große Liebe finden. Foto: TVNow/René Lohse

In wenigen Tagen beginnt die erste Staffel von „Princess Charming“ in Deutschland. Nach zwei Staffeln der schwulen Datingshow „Prince Charming“ buhlen nun 20 Frauen um die Gunst der Rechtsanwältin Irina Schlauch (30). Es ist ein wichtiger Schritt für mehr Sichtbarkeit lesbischer Frauen. Doch einigen geht der Schritt nicht weit genug.

„Princess Charming“: Vorfreude und hohe Erwartungen

Es ist ein kleiner, aber nicht unbedeutender Schritt, dass „Princess Charming“ in Deutschland an den Start geht. Daran lassen Hauptperson Irina Schlauch und viele ihrer Kandidatinnen keinen Zweifel. Sie wissen, dass sie eine Vorbildfunktion haben. So sagte die „Princess Charming“ selbst bereits vor einigen Wochen: „Ich glaube schon, dass wir der einen oder anderen Frau ein bisschen Mut machen können, zu sich und der eigenen sexuellen Orientierung zu stehen.“

Irina Schlauch ist die erste „Princess Charming“ in Deutschland. Foto: TVNow/René Lohse

Die Berliner Kandidatin Bine (33) geht sogar noch einen Schritt weiter. „Schon lange fehlt die Sichtbarkeit von LGBTQIA+ Personen bei Dating-Formaten. In der Szene ist die Nachfrage aber da!“, sagt sie in aller Deutlichkeit. „Normalisieren dieser Sexualitäten hilft vor allem auch jungen Menschen, sich besser identifizieren zu können.“ Die Leipziger Kandidatin Anja (30) merkt zudem an, dass diese Show auch deshalb wichtig sei, weil es außerhalb des Fernsehens viel mehr Angebote für schwule Männer als für lesbische Frauen gebe.

Sichtbarkeit von Lesben muss erhöht werden – kann „Princess Charming“ das schaffen?

Das sieht auch Jenny Luca Renner, die für den Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) im ZDF-Fernsehrat sitzt, als Problem – nicht nur bei Bars und Clubs, sondern eben auch im Fernsehen. „Hinter den meisten Produktionen, die unter der Überschrift Queer laufen, verbergen sich doch meistens Geschichten über Schwule“, sagt Renner.

„Princess Charming“-Kandidatin Bine aus Berlin. Foto: TVNow/René Lohse

Von „Princess Charming“ erhofft sie sich eine Erhöhung der Sichtbarkeit lesbischer Frauen, doch grundsätzlich geht ihr die Sendung nicht weit genug. „Eine Gefahr ist meines Erachtens, dass Lesben* wahrscheinlich nur als Frauen dargestellt werden, wobei es auch trans oder non binäre Lesben* gibt“, sagt sie. Aber auch, wenn das am Ende nicht abgebildet würde, wäre ihr wichtig, die Vielfalt der lesbischen Community darzustellen. „Dass da Frauen sind, die groß, klein, dick, dünn sind, verschiedenen Religionen angehören oder vielleicht auch sichtbare Behinderungen haben“, sagt sie.

Der Cast sei auf den ersten Blick „sehr weiß und sehr berlinlastig. Schade, dass so wenige aus den neuen Bundesländern oder mit Migrationsgeschichte dabei sind“. Insgesamt sei Renner aber sehr gespannt auf die Ausgestaltung von „Princess Charming“. „Eine riesengroße Gefahr ist die Verwendung von Stereotypen“, sagt Renner. „Ich würde mich Freuen, wenn Lesben* nicht den ganzen Tag über Familienplanung reden und darüber, wann sie das nächste Mal in den Baumarkt können. Es wäre schön, wenn es auch mal um Diskriminierungserfahrungen oder ums Coming-out geht.“

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Ob die Produktion das abgebildet hat, wird sich ab dem 25. Mai zeigen. Dann läuft die erste Folge von „Princess Charming“ auf TV Now. Die Folgen sollen zudem später auch im Free-TV bei Vox laufen.